kölner saxophon mafia - zum 25. der kriminell guten umtriebe ein operettiger akt

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Uschi Mohr
  • Ausgabe: 3/2006
  • Seite 12-13

Wer sich noch an das 4. Kölner Jazz Haus Festival erinnert, ist in Gedanken genau dort, wo alles begann: Im Jahr 1981, als das heute legendäre Ensemble der »Kölner Saxophon Mafia« seine ersten Schritte in der Öffentlichkeit tat. Heute sind die vier Herren, die im 25. Jubiläumsjahr die saxofonistische Cosa Nostra am Rhein verkörpern, weltweit bekannt. Und das nicht nur wegen der Vielfalt an CDs, auƒ denen sich das breite Repertoire dokumentiert, sondern auch durch die zahlreichen Tourneen, die die Mafiosi in (fast) alle Erdteile führte. Anregungen und Inspiration holten sie sich in China, West- und Ostafrika, Indien, den USA, Kanada und vielen anderen Ländern mehr, wo es einige Male zu Zusammentreffen und Musizieren mit Künstlern dieser Kulturen kam. Aktueller Coup der kreativen Saxofonisten: ein Operettenprojekt.

Seit der Gründung im Jahre 1981, als die Gruppe noch aus sechs Mitgliedern bestand, bis heute als Quartett ist eine stete, wenn auch durch etliche Brüche gekennzeichnete, musikalische Entwicklung zu beobachten. Anfänglich als Saxofonband konzipiert, die ohne so genannte Rhythmusgruppe dennoch die Funktionen der jazztypischen Sections zu imitieren versuchte und auch stilistisch quasi ausschließlich innerhalb des Jazzidioms musizierte, veränderte sich das Bandkonzept kontinuierlich. Sowohl was die stilistische Erweiterung und Vielfalt angeht als auch der fortlaufende Emanzipationsprozess der Rolle der Instrumentalisten innerhalb des Ensembles entwickelte sich die Musik der »Saxophon Mafia« bis zum heutigen Tag stetig fort. Wollie Kaiser als Kopf der Band findet: »Wichtige Einflüsse in dieser Hinsicht waren zum einen personelle Veränderungen, zum anderen die Zusammenarbeit mit vielen Gastkünstlern im Rahmen verschiedener Projekte und Tonträger.«

 

« zurück