Klingende Instrumentenkunde: »Band Land« von Derek Bourgeois

In »Band Land« ist es Derek Bourgeois gelungen, die Atmosphäre von »Peter und der Wolf« mit den pädagogischen Intentionen von Benjamin Brittens »Young Person’s Guide to the Orchestra« zu verbinden und das Ganze noch mit einem Schuss »Romeo und Julia« zu würzen.

Entstanden ist das (einschließlich des erzählten Textes) 23 Minuten dauernde Werk auf Anregung von Louis Martinus, Chef des Verlages Hafabra Music. Jenseits einer Aufführung im »normalen« Konzert eignet sich »Band Land« im Rahmen der Nachwuchswerbung auch für eine Kombination aus »Kinderkonzert« und »Schnuppertag«.

Instrumentenkunde geschickt als Geschichte verpackt

Wie kleidet man klingende Instrumentenkunde in eine Geschichte? Derek Bourgeois hat die Instrumente des Blasorchesters in vier Familien eingeteilt und lässt diese in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander im imaginären »Band Land« wohnen, das von einem großen Fluss durchzogen wird, in dessen Mitte eine kleine Insel liegt.

Als erstes werden die Holzbläser vorgestellt: Naturfreunde, die am linken Ufer des Flusses in einem dichten Wald leben (Notenbeispiel 1). Bei der Vorstellung der einzelnen Holzblasinstrumente wiederholen die Flöten ihr Thema noch einmal, allerdings etwas spärlicher begleitet. Notenbeispiel 2 zeigt das Thema der Oboen, hier solistisch vorzutragen: einen eher klagenden Gesang. Dieser Abschnitt kann bei Fehlen des Oboenregisters entfallen.

Die in Notenbeispiel 3 zu sehende Phrase zeigt in den Worten des Erzählers die Agi­lität der Klarinetten, bevor mit den etwas »eingebildeten« Fagotten (Notenbeispiel 4) die Vorstellung der Holzbläser abgeschlossen wird. Spielt man den letzten Takt in der oberen Oktave, kann man auf engstem Raum fast den gesamten Umfang des Instruments darstellen. Bei fehlendem Fagott gilt das gleiche, was auch zu den Oboen gesagt wurde.

  • 25.11.2016
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 12/2016
  • Seite 66-68

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