Kleingliedrige Dynamik und fließendes Legato - Zur Interpretation von Big-Band-Notentexten

  • 21.09.2011
  • Praxis
  • Markus Schmidt-Relen
  • Ausgabe: 12/1999
  • Seite 10-11

»Spielt, was steht«, lautet eine oft gehörte, salopp-lustige, aber im Grunde ironische Formulierung von Big-Band-Leadern an ihre Kollegen in Bands. Denn Notentexte bedürfen der Interpretation seitens des Spielers und deren »Spiel«-Regeln muss man kennen. Das gilt für jede notierte Musik. Grundsätzlich ist die Divergenz zwischen Interpretationsnotwendigkeiten und der textlichen Wörtlichkeit in notierter Jazzmusik nicht größer als in der Klassik oder Blasmusik, obwohl die Erfindung und Weiterentwicklung der Notenschrift im Rahmen der europäischen Kunstmusik und ihrer Kulturgeschichte stattgefunden hat und nicht im Rahmen afroamerikanischer Musik des 20. Jahrhunderts.

 

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