Klaus Hampl - Klarinettentöne in Klassik und Jazz

KLaus Hampl hat dieser Tage ein neues, ein bemerkenswertes Album vorgelegt: Die Klarinettenquintette von Samuel Coleridge Taylor und Paul Ben-Him. Seit einer Weile schon sorgt er mit der »Camerata Bavarese« für Aufsehen – weil er hier mit dem Jazz-Gitarristen Sigi Schwab gemeinsame Sache macht. Hampl spielt Klarinettentöne in Klassik und Jazz.

Klaus Hampl und Sigi Schwab

Der Schauplatz des Treffens ist Solln, der südlichste Stadtteil Münchens. Solln ist zudem der am höchsten gelegene Stadtteil der bayerischen Landeshauptstadt. Die Protagonisten: Auf der einen Seite ist da der »klassische« Klarinettist Klaus Hampl, den der »Kritikerpapst« Joachim Kaiser einst einen »Kammermusiker hohen Ranges« nannte, »dessen Kunst zugleich spirituelles und sinnliches Vergnügen bereitet«.

Auf der anderen Seite: Der »Großmeister« an der Gitarre, Sigi Schwab, der als Musiker und Komponist weit über die deutschen Grenzen hinaus für Furore sorgte – erst als Gitarrist der RIAS Big Band Berlin, später als Gast in den Bands von Erwin Lehn, Kurt Edelhagen und Peter Herbolzheimer sowie bei Klaus Doldinger.

Mit dem Titel »My Love is a Tango« gelang ihm zudem ein Nummer-Eins-Hit. Von den Tantiemen richtete Schwab sich ein eigenes Tonstudio ein, das es ihm ermöglichte, sich von jeglichen Produktionszwängen der Industrie unabhängig zu machen.

Personifizierte Gegenentwürfe

Man speist beim Italiener »Da Noi«. Man kennt sich dort, plaudert ein wenig über Fußball und steigt entspannt ins musikalische Fachgespräch ein. Der erste Eindruck vermittelt: Hier treffen zwei grundlegend unterschiedliche Menschen aufeinander. Nicht nur, dass der eine aus der klassischen und der andere aus der »populären« Ecke kommt, die beiden Musiker wirken wie personifizierte Gegenentwürfe.

Klaus Hampl, Kaufbeurer und bekennender Allgäuer, trifft auf den gebürtigen Ludwigshafener und Stadtmenschen Sigi Schwab. Hampl ist groß, schmal und wirkt schon beinahe asketisch, während man in Schwab den Genussmenschen zu erkennen meint.

Zwischen den beiden liegen zudem einige Jahre an Lebenserfahrung. Klaus Hampl ist 52, Sigi Schwab ist bald 25 Jahre älter und dementsprechend länger auf den weltweiten Bühnen unterwegs.

  • 21.12.2016
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 1/2017
  • Seite 54-55

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