klaus doldinger - stecknadeln auf der musikalischen weltkarte

Millionen völlig gebannter Hörer regelmäßig, noch dazu im zweistelligen Bereich. Wer hat das schon? Und wann? Immer wieder sonntags. Immer wieder 20.15 Uhr, wenn »Tatort« läuft. Also wöchentlich, jeden Sonntag. Seit mehr als 35 Jahren ist der »Tatort« aus den deutschen Wohnzimmern nicht mehr wegzudenken. Die Krimifans sitzen auf der heimischen Couch, dippen ihre Finger in Schalen mit Gesalzenem und sehen sich die spannenden Fälle an. Doch zunächst mal hören sie etwas, die »Tatort«-Melodie, komponiert von Klaus Doldinger, dem Mann, der am 12. Mai 70 Jahre alt wurde. Und sollte der jemals »Tatort«-like zur Fahndung ausgeschrieben werden, so fänden sich im Steckbrief in der Rubrik »besondere Kennzeichen« die Hinweise auf Saxofon und Hornbrille – unverkennbar Doldinger, und das seit nahezu 50 Jahren in dieser Kombination. In dieser Zeit hat der Saxofonist und Bandleader unzählige Platten veröffentlicht und die Melodien zu weit mehr als 50 Filmen komponiert. In die Millionen gehen auch die Verkäufe seiner Tonträger.

Der Tourbus ist etwas zu spät. Doldinger checkt schnell ein, macht sich kurz frisch und steht zwischen der hastigen Ankunft und dem Zeitdruck des bevorstehenden Soundchecks zum Interview zur Verfügung. Völlig entspannt, frei von jeglichen Allüren plaudert er charmant drauf los, als kenne man sich seit ewigen Zeiten. Mit Siebenmeilenstiefeln durchschreitet er im Gespräch seine Musikstile, Projekte und Bands.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Franz X.A. Zipperer
  • Ausgabe: 6/2006
  • Seite 14-16

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