klare, einprägsame rhythmik - rolf rudins »requiem op. 70«

Ende des Jahres 2004 erhielt ich aus Südtirol eine Anfrage nach einer Requiem-Komposition, die sowohl in der Liturgie als auch konzertant verwendet werden kann. Mein Arbeitsplan für das anstehende Jahr 2005 war zwar schon erstellt, aber eine solche Aufgabe reizte mich dann doch, denn in der Anfrage der Gemeinde Kastelruth war zu lesen: »Das Requiem sollte für Laienbläser wie auch -sänger ausführbar sein. Teile für Solisten können vorgesehen werden, aber auch diese Teile sollten von guten Laiensängern oder -sängerinnen gemeistert werden können. Unsere Absicht ist es, ein Requiem entstehen zu lassen, das von einer breiten Basis gespielt bzw. gesungen werden kann.« Diese Vorgaben nun waren eben ein ausschlaggebender Punkt meiner Zusage, ist doch die Anzahl der diesen Anforderungen genügenden Requiem-Vertonungen für Chor und Blasorchester nicht gerade übermäßig groß.

So ist mein »Requiem« ein Stück im mittleren Schwierigkeitsgrad (das Blasorchester bewegt sich im Schwierigkeitsgrad 4, etwa so wie »Der Traum des Oenghus«, Teil 1; der Chorpart ist auch gut singbar). Ein Satz (»Pie Jesu«) hat ein Sopransolo, das eine gute Sängerin aus dem Chor ausführen kann. Ansonsten habe ich auf die üblichen Gesangsolisten verzichtet, um den Apparat nicht allzu sehr aufzublähen und weil das Stück eigentlich einen »semplice«-Charakter erhalten sollte, also möglichst klar, einfach und schlicht.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Rolf Rudin
  • Ausgabe: 4/2006
  • Seite 65-67

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