Kentaro Udagawa Intelligente melodische Begabung - ZdeneŠk LukásŠ und die Entstehung der »Musica Boema«

  • 21.09.2011
  • Porträt
  • Kentaro Udagawa
  • Ausgabe: 12/2000
  • Seite 10-11

Wie Rick Hanson, Dirigent des Blasorchesters an der St. Cloud University/Minnesota anmerkt, ist die 1978 entstandene »Musica Boema« (Musik aus Böhmen) des Tschechen ZdeneŠk LukásŠ als »einer der Meilensteine der sinfonischen Blasmusik des 20. Jahrhunderts« zu betrachten. Schöpfend aus tschechischer Tanz- und Volksmusik, inspiriert von der spirituellen Tiefe der orthodoxen Kirche drückt das Werk die tiefe Verzweiflung des tschechischen Volkes aus, das in seiner turbulenten Geschichte mit den schwierigsten Umständen zu kämpfen hatte. Für viele Jahrhunderte standen die Tschechen unter ständiger Fremdherrschaft, von der repressiven Verwaltungsdiktatur der österreichisch-ungarischen Monarchie bis zur Knute der Sowjetunion. »Musica Boema« selbst wurde während einer der düstersten Epochen für das tschechische Volk geschrieben, nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in die Tschechoslowakei im Jahr 1968. Trotz seiner hohen künstlerischen Qualität, seinen ungewohnten, aber faszinierenden harmonischen Farben und seiner intensiven Energie wurde das Werk bisher nicht so gewürdigt, wie es ihm gebührt.

 

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