Kathrin Christians hat das letzte Wort

Foto: Janine Kühn

Schon bei der ersten CD der Flötistin Kathrin Christians war sich die CLARINO-Redaktion sicher: Von ihr will und wird man noch mehr hören! Im Januar haben wir sie um das letzte Wort gebeten. Im Interview sprachen wir mit ihr über Roadtrips, antike Helden und Zeitmaschinen. Bei einer Frage bat sie übrigens ihre Facebook-Freunde um Hilfe...

Wann war das letzte Mal, dass Sie Dudelsack gespielt haben? 

Als ich neun Jahre alt war.

Wann war das letzte Mal, dass Sie »so richtig« Urlaub gemacht haben? 

Was ist »richtig Urlaub«? Wenn ein Road­trip gilt, dann diesen September – nach Norwegen und Schweden. 

Wann war das letzte Mal, dass Sie »Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren…« gepfiffen haben? 

Diesen Sommer, nachdem ich am Neckar saß und die schrecklichsten Beispiele im Inter­net zusammengesucht hatte.

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich gewünscht haben, einen »ordentlichen Beruf« erlernt zu haben? 

Vergangenes Wochenende.

Wann war das letzte Mal, dass Sie eine Heldin aus einer antiken Sage sein wollten? Und welche war das? 

Am ehesten Atalante. Sie ist am wenigsten tragisch, streift durch die Wälder und bleibt sich treu.

Wann war das letzte Mal, dass Sie leidenschaftlich und kontrovers diskutiert haben? 

Immer, jederzeit und überall!

Wann war das letzte Mal, dass Sie Ka­raoke gesungen haben? 

In Tokio 2007. Oh Gott, so lange schon her!

Wann war das letzte Mal, dass Sie dachten: »Eigentlich müsste mein Leben in Hollywood verfilmt werden!«? Wer würde die Hauptrolle spielen? 

Ich hätte lieber eine Horde von Regisseuren: Cohen Brüder, Lars von Trier, Quentin Tarantino, Tim Burton, und dann nehme ich Keira Knightley und Cate Blanchett in einer Doppelrolle gefolgt von Meryl Streep.

Wann war das letzte Mal, dass Sie eine Nacht durchgemacht haben? 

Das bleibt mein Geheimnis.

Wann war das letzte Mal, dass Sie etwas Verbotenes getan haben? 

Verbote sind dazu da, um sich über sie hinwegzusetzen. Solange man niemandem schadet. Ich bin Halteverbotskönigin. 

Wann war das letzte Mal, dass Sie ein ­Klischee bestätigt fanden? 

Vergangene Woche, und ich hasse Klischees und ermahne mich immer, sie nicht zu nutzen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie über einen Musiker-Witz gelacht haben? 

Lange her.

Wann war das letzte Mal, dass Sie wünschten, in einer anderen Zeit/Epoche geboren worden zu sein? 

Nenenene, so geht das Spiel nicht! Zeit­maschine für alle Epochen muss her!

Wann war das letzte Mal, dass Ihnen jemand gesagt hat: »Musst du immer das letzte Wort haben?« 

Sicher meine Mutter. Aber Clarino hat mich explizit gebeten! 

Über eine Frage befragte Kathrin Christians auch noch ihre Facebook-Freunde:

Wann war das letzte Mal, dass Sie dachten: »Eigentlich müsste mein Leben in Hollywood verfilmt werden!«? Wer würde die Hauptrolle spielen? Leute, welche Hollywoodschauspielerin, wenn überhaupt? 

Julia Brade: Meryl. Immer. :-)

Heike Matthiesen: Johnny Depp, das wäre dann das richtige Level von surreal!

Peter Arnold: Buster Keaton 

Saida Zulfugarova: I want to be invited for première!!!!

Heidi Martin: Sandra Bullock

Sebastian Bund: Die erdfremden Besucher aus »Mars Attacks!«. Nag nag. Nagnagnagnagnagnag. Alternativ der Pappmachégrabstein aus »Plan 9 from Outer Space«. Aber halt, war der überhaupt weiblich? Korrigiere: Alternativ die Pappmachégrabsteinin aus »Plan 9 from Outer Space«.

Christian Stader: du brauchst die Hollywooddamen nicht... das machst du selbst am besten... hast du immer schon!!! und die Überzeugungsarbeit dafür in Hollywood kriegste auch hin...

Andreas Morell: anja antonowicz oder gal gadot! 

Über Kathrin Christians

Ihre Karriere, ihr Leben gleicht bisweilen einer Achterbahnfahrt. Früh brennt Kathrin Chris­tians für Musik, studiert Flöte an der Musikhochschule Mannheim, dann geht es erst nach München, später nach Stuttgart. Täglich verbringt sie Stunden damit, an kleinsten Details zu feilen. 

Mit nur 23 Jahren ist sie 1. Soloflötistin der Heidelberger Sinfoniker und des Mannheimer Mozartorchesters. Sie steht auf internationalen Bühnen, veröffentlicht ein um­jubeltes Debütalbum. 

Fast gleichzeitig mit der Veröffentlichung trifft sie plötzlich der heftige Gegenwind des Schicksals. Schlaganfall. An Musik ist eigentlich nicht zu denken. Kathrin Christians aber ist eine Kämpferin. Sie steht wieder auf, kehrt zurück ins Leben und macht Musik. 

Im Herbst erhält sie für ihre Musik einen OPUS, den Nachfolgepreis des ECHO. Schon bei ihrer ersten CD hat CLARINO geschrieben: »Zweifelsfrei steht fest, dass man von Kathrin Christians noch mehr hören will – und wird.« 

kathrinchristians.de

  • 22.01.2019
  • Das letzte Wort
  • Ausgabe: 1/2019
  • Seite 64-65

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