Johan de Meij über seine Sinfonie »Return to Middle Earth«

Johan de Meij (Foto: Dyan Machan)

30 Jahre hat es gedauert, bis der Niederländer Johan de Meij der Musikwelt eine Fortsetzung seiner »Herr der Ringe«-Sinfonie geschenkt hat: die neue Sinfonie Nr. 5 »Return to Middle Earth«.

Auftraggeber der Neukomposition war die Valparaiso University in Indiana/USA. Das Landesblasorchester Baden-Württemberg (Leitung: Björn Bus) präsentierte zusammen mit den jungen Sängern des Neuen Kammerchorrs Heidenheim (Leitung: Thomas Kammel) die deutsche Erstaufführung der neuen »Herr der Ringe«-Sinfonie.

In dieser Vertonung kreiert de Meij eine überwältigende und mächtige musikalische Atmosphäre mit einem Solosopran – gesungen von der Polin Katarzyna Jagiello – und einem achtstimmigen gemischten Chor, der in der Fantasiesprache Ilkorin singt.

Wir interviewten den niederländischen Komponisten Johan de Meij an einem – sowohl in New York als auch in Deutschland – regnerisch-grauen Samstag, um mehr über ihn und sein neues Werk zu erfahren.

Was war deine Motivation damals, die 1. Sinfonie zu schreiben? Und wieso hast du dich für »Herr der Ringe« entschieden?

Ich wollte ein großes, substanzielles Werk für Blasorchester schreiben und stieß dann auf »Herr der Ringe« und dachte: Ja, das ist es! Es ist farbenreich, fantasiereich und es passiert etwas – die Geschichte bietet alles, was man für eine Sinfonie braucht. Und im Nachhinein betrachtet war es eine sehr gute Idee. Zudem muss ich gestehen, dass ich kein großer Tolkien-Fan bin – ich las das Buch nur, um die Musik dazu zu schreiben.

Wo ist der musikalische Zusammenhang der 1. und 5. Sinfonie? Zeitlich spielt die 5. vor der 1., aber wie hängen sie zusammen?

Das neue Werk ist etwas metaphorischer, vor allem durch den Texteinsatz. Ich gebe zwar thematische Hinweise auf die Geschichte, erzähle aber nicht das Silmarillion, die Vorgeschichte zu Tolkiens »Hobbit « und »Herr der Ringe«, nach. In der 1. Sinfonie gibt es fünf Kapitel: Gandalf, Gollum und Hobbits sind musikalische Porträts von Protagonisten, der Rest sind bestimmte Situationen oder Orte der Geschichte, die eine Handlung erzählen.

  • 02.07.2019
  • Szene
  • Johannes Jerg
  • Ausgabe: 7-8/2019
  • Seite 42-43

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