jörg widmann - »lichtgestalt« der avantgarde-musik

  • 21.09.2011
  • Mainstory
  • André Krellmann
  • Ausgabe: 12/2003
  • Seite 30-33

Nada Brahma – die Welt ist Klang. Kaum ein Musiker der jüngeren Generation vermittelt diese aus dem altindischen Sanskrit überlieferte Anschauung so exemplarisch wie der erst 30-jährige Klarinettist und Komponist Jörg Widmann. Schon im Alter von sieben Jahren entdeckte er sein Instrument, traf eine ganz persönliche, von elterlichen Einflüssen unabhängige Entscheidung. Es war nicht die Schönheit des Instruments oder die Ausstrahlung eines Musikers, die seine Wahl beeinflussten. Es war ganz einfach der Klang der Klarinette, der ihn gefangen nahm und bis auf den heutigen Tag nicht mehr losgelassen hat.

Zu dieser Klangentscheidung kam es während eines musikalischen Früherziehungskurses an der Musikschule Unterhaching bei München. Den jungen Schülern, die nicht auf ein Instrument fixiert waren, sollte über das Hören ein Verständnis von Musik vermittelt werden, erste Schritte der Gehörbildung und Sensibilisierung unabhängig vom Instrumentalunterricht. Die Entschiedenheit, mit der Jörg Widmann seine Wahl traf, ist vielleicht der ausgeprägteste Zug einer in jeder Hinsicht bemerkenswerten Persönlichkeit. Sie ist auf jeden Fall ein roter Faden, der in den wichtigen Momenten von Widmanns Musikerkarriere positiv in Erscheinung trat.

 

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