Inside German Brass - Überlegungen und Anleitungen zum Trompetenspiel

Für die Motivation, ein Instrument ausdauernd erlernen zu wollen, ist das Anfangsalter sehr ausschlaggebend. Häufig werden Kinder, die bereits im Grundschulalter den Wunsch äußern, Trompete zu lernen, auf später vertröstet, wenn der Körper kräftiger ist und die zweiten Zähne vorhanden sind. In meinen Augen ist das ein Fehler, denn im Grundschulalter lernen Kinder erwiesenermaßen am schnellsten und natürlichsten. Probleme mit der Pubertät, einem Schulwechsel, dem damit verbundenen größeren Lernaufwand usw. sind noch nicht vorhanden. Diesen ersten Motivationsschub muss man unbedingt nutzen.Da die Technik bei einem Blasinstrument größtenteils im Körper passiert – im Gegensatz zu Streich- und Tasteninstrumenten, wo sie sichtbarer ist –, muss sie bei uns Bläsern erspürt werden. Dies ist eine besondere Herausforderung. Eine kompetente Anleitung – gerade bei Anfängern – ist sehr wichtig. Grundsätzlich gilt: Wir versuchen mit möglichst wenig Aufwand entspannt zu spielen. Die richtige Körperhaltung finden wir im Stand leichter (Schultern unten, der Stand flexibel mit nicht durchgedrückten Knien . . .). Für eine bessere Wahrnehmung und Steuerung der Muskelspannung gibt es zahlreiche Methoden wie »Alexandertechnik«, »Autogenes Training« nach Johannes Heinrich Schultz, »Feldenkrais-Methode«, Dispokinesis usw., die uns helfen, ökonomisch zu musizieren.

 

Matthias Höfs studierte bei Prof. Peter Kallensee an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, wo er das Konzertexamen mit Auszeichnung abschloss. Danach wechselte er zu Prof. Konradin Groth an die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Preise und Auszeichnungen erhielt er 1987 beim Wettbewerb der Musikhochschulen sowie 1990 beim internationalen Musikwettbewerb in Markneukirchen. 1983 wurde ihm der Hanse-Kulturpreis der Stadt Lübeck verliehen, 1988 der Eduard-Söhring-Preis und 1989 ein Stipendium des Deutschen Musikrats, der Mozartgesellschaft Dortmund sowie der Bundesauswahl »Konzerte Junger Künstler«. Neben seinen zahlreichen solistischen Auftritten konzertiert er seit 1985 mit dem international renommierten Blechbläserensemble German Brass und arrangiert gemeinsam mit Enrique Crespo das umfangreiche Repertoire. Bis zur Berufung als Professor für Trompete und Kammermusik an die Hochschule für Musik und Theater Hamburg im Jahr 2000 war Höfs seit 1984 Solotrompeter des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. In den bedeutendsten deutschen Sinfonieorchestern wie den Berliner Philharmonikern, den Münchner Philharmonikern u. a. ist er gern gesehener Gast. Neben dem umfassenden Repertoire der Trompetenliteratur aller Stilepochen interpretiert Höfs auch zeitgenössische Werke. Namhafte Komponisten wie Eino Tamberg, Peter Lawrence, Christian Mühlbacher, Dieter Einfeldt, Enrique Crespo und Wolf Kerschek arrangierten und komponierten für ihn.

Infos: www.matthiashoefs.de

  • 21.09.2011
  • Praxis
  • Matthias Höfs
  • Ausgabe: 7-8/2010
  • Seite 10-11

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