in memoriam: bob berg - »nicht gespielt und trotzdem wunderbar«

Wie alle »Großen« ihres Metiers soll er kein einfacher Mensch gewesen sein, jener Bob Berg, der am 5. Dezember bei einem Autounfall ums Leben kam. Eine Biografie voller Umwege, die am Ende einen aufrichtigen, geraden Charakter offenbart: Bob Berg war Saxofonist aus Leidenschaft und ein Mensch, der Musik als die sensibelste aller Künste empfand.

Von seinem jüdischen Vater, sagte Bob Berg einmal, habe er den Respekt für das Intellektuelle, von seiner Mutter italienischer Herkunft das Emotionale. Im Hintergrund: eine Kindheit in einer Ecke Brooklyns, die genau diesen Bevölkerungsschnitt repräsentierte. Bensonhurst war Heimat italo-amerikanischer Familien und jüdischer Mischpoken – ein bourgeoiser Stadtteil mit den üblichen Strukturen. Ein bisschen Mafia, ein bisschen Bildungsbürgertum – alles in allem jedoch ein solider Hintergrund für einen jungen Mann mit den Talenten eines Bob Berg.

 

  • 21.09.2011
  • Jazz
  • Richard Görlich
  • Ausgabe: 3/2003
  • Seite 40-42

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