Improvisation - (4) Komponieren ohne Notenblatt

In dieser vierten und letzten Folge der Serie kehren wir wieder zu Sophie und Maximilian zurück. Die ­beiden 15-jährigen mit dem gerade erworbenen goldenen Musikleistungsabzeichen wurden bei einem Aushilfsjob von der Dirigentin gefragt: »Wer von euch beiden will zuerst einen Chorus über den A-Teil des ›St. Louis Blues‹ spielen? Ihr könnt in diesen zwölf Takten einfach über einen Blues in F improvisieren.«

Dieser Blues ist weltbekannt und wird bei vielen verschiedenen Gelegenheiten gespielt. So hörte man ihn nicht nur in der von Glenn Miller gestalteten Adaption als »St. Louis Blues Marsch« beim Großen Zapfenstreich zur Verabschiedung von Bundespräsident Horst Köhler, sondern er diente auch als Hintergrundmusik für Jean-Paul Sartres existenzialistisches Theaterstück »Geschlossene Gesellschaft«.

Leider kann dieser Artikel nicht das ersetzen, was man durch viel Spielen und Hören in der Praxis selbst erlebt, spürt und wahrnimmt. Weshalb also dann überhaupt ­versuchen, den Blues in Worte zu fassen? Vielleicht, weil das Wissen um bestimmte Regeln und Eigenarten eines Musikstils das hörende Auffassen stützen kann. Die Konzentration wird auf bestimmte Bereiche gelenkt und so dem Hörenden ein »roter Faden« geboten.

Die Serie "Improvisation - Komponieren ohne Notenblatt" gibt's auch als PDF-Sammlung zum Download!

 

  • 17.10.2012
  • Praxis
  • Jürgen K. Groh
  • Ausgabe: 11/2012
  • Seite 12-14

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