Improvisation - (1) Komponieren ohne Notenblatt

Die neue Praxis-Serie »Improvisieren« widmet sich einem Feld, vor dem viele klassisch ausgebildete Musiker geradezu Angst haben. Das liegt aber nur daran, dass sie sich noch nie an das improvisieren ­herangewagt haben und ihnen noch nie jemand den einstieg dazu erklärt hat. in vier Artikeln versucht Autor Jürgen k. Groh, Orchestermusikern die Angst vor der Improvisation zu nehmen...

Sophie und Maximilian haben mit 15 Jahren das Musikerleistungsabzeichen in Gold mit voller Punktzahl bekommen und dürfen deshalb seit einigen Wochen im großen Blasorchester ihres Vereins mitspielen. Sie können alle Dur- und Moll-Tonleitern (äolisch, harmonisch, melodisch) mit verschiedenen Artikulationen über mindestens zwei Oktaven flüssig spielen, kennen die dazugehörenden Tonika-Dreiklänge und deren Umkehrungen sowie Vierklänge wie Dominantseptakkorde, verminderte Septakkorde und Mollseptakkorde. 

Auch die Unterschiede zwischen reiner und gleichstufiger Stimmung sind ihnen nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch bewusst. Dass die Terz eines rein stimmenden Dur-Akkords tiefer gespielt wird als es beim Klavier der Fall ist, haben sie in Satzproben anhand der auftretenden Schwebungen immer wieder ausprobieren und deutlich hören können. Beide sind auch sehr gut im Vom-Blatt-Spielen und werden deshalb von anderen Orchestern gerne als Aushilfen engagiert. 

  • 21.06.2012
  • Praxis
  • Jürgen K. Groh
  • Ausgabe: 7-8/2012
  • Seite 14-15

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