Impressionismus in der Blasmusik - Impressionistische Stilmittel in Frigyes Hidas’ »Save the Sea«

Frigyes Hidas komponierte seine Sinfonie »Save the Sea« im Jahre 1997 anlässlich der ein Jahr später in Portugal stattfindenden »Internationalen Konferenz zur Rettung der Weltmeere«. Dass Hidas bei dieser Komposition seinen persönlichen Stil mit impressionistischen Klangidiomen anreichert, verwundert aufgrund des besonderen Sujet des Werks kaum, war doch das Meer und im weitesten Sinne die Wasser-Thematik bei den Impressionisten als Inspirationsquelle äußerst beliebt und wurde entsprechend oft zu Vertonungen herangezogen (man denke etwa an »La Mer« von Claude Debussy oder »Une Barque Sur L’Ocean« von Maurice Ravel, um nur die offensichtlichsten zu nennen).

Den ersten Satz nennt Hidas »The Waves of the Sea«, und in der Tat beherrscht die Wellenthematik den ganzen Gestus der Musik <1>: Schon die Taktart 6/8 suggeriert ein Wiegen und Schaukeln, die Anlage des ersten Themenkomplexes selbst ist in Form einer großen Welle gestaltet, die sich auftürmt und wieder in sich zusammenfällt. Zudem finden sich innerhalb des großen Bogens auch noch kleine, oszillierende Figuren (Klarinetten und Saxofone), die für sich genommen bereits minimalste Wellenbewegungen darstellen und die Gesamtbewegung irritieren. Es fällt auf, dass das melodische Moment nicht einheitlich von einer oder mehreren Stimmen gemeinsam geführt wird, sondern gleichsam umhergespült wird. Von den Klarinetten, sich aus dem Hornakkord geradezu herausschälend, wandert es in die Flöten und Oboen, von dort wieder zurück, dann zu den Trompeten und schließlich zu den Saxofonen, wo die Bewegung abebbt. Diese Art der Verwendung melodischer Fragmente, die sich mosaikhaft zu einem Gesamtbild ergänzen, ist eine viel beobachtete Technik des Impressionismus.

Infos: www.stormworks-europe.com

  • 27.10.2011
  • Repertoire
  • Jörg Murschinski
  • Ausgabe: 11/2011
  • Seite 34-37

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