"Ich bin gespannt!" - Yasuhide Ito dirigiert in Ulm

Yasuhide Ito ist einer der international bekanntesten Komponisten für Blasorchester. Sein größtes und berühmtestes Werk ist »Gloriosa«, eine sinfonische Tondichtung, die weltweit gespielt wird und mittlerweile als Standardwerk der Bläserliteratur gilt. Am 8. November wird Yasuhide Ito erstmals ein deutsches Orchester dirigieren.

Das Sinfonische Blasorchester Ulm (SBU) und sein Dirigent Douglas Bostock haben Ito anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Komposition »Gloriosa« eingeladen. Ito dirigiert den ersten Konzertteil mit seinen eigenen Werken, darunter natürlich »Gloriosa« sowie die Uraufführung einer Auftragskomposition für das SBU.

Claudia Braun hatte die Gelegenheit, Yasuhide Ito einige Fragen über seine Musik, seine kompositorische Entwicklung in den vergangenen 25 Jahren und über seine Erwartungen an den Deutschland-Besuch zu stellen.

Wenn Sie auf die 25 Jahre seit der Entstehung von »Gloriosa« zurückblicken – was bedeutet Ihnen persönlich diese Komposition heute?

Schaue ich heute auf die Liste meiner Kompositionen, dann lässt sich feststellen, dass ich ungefähr alle zehn Jahre ein ganz besonders wichtiges Werk geschrieben habe: 1978 mein erstes Stück für Blasorchester, 1990 »Gloriosa«, 2001 meine Oper »Mr. Cinderella« und ab 2011 über 30 Vokalwerke anlässlich des großen Erdbebens in Japan.

Was glauben Sie: Warum ist »Gloriosa« so ein äußerst erfolgreiches Werk? Warum fasziniert es so viele Orchester, Dirigenten und Zuhörer auf der ganzen Welt?

Das hat meiner Ansicht nach drei Gründe:

1. In der klassischen Orchestermusik sind lange Stücke eher normal. Im Repertoire für Blasorchester sind solche langen Werke wie »Gloriosa« mit 20 Minuten Spielzeit eher selten – vor allem zur damaligen Zeit war das so. Für viele Blasorchester ist »Gloriosa« daher eine reizvolle Herausforderung.

  • 28.09.2015
  • Szene
  • Claudia Braun
  • Ausgabe: 10/2015
  • Seite 48-49

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