hugo siegmeth - hommage an eine diva, einen raufbold und frauenheld

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Christiane Neuendorf
  • Ausgabe: 5/2006
  • Seite 16-17

Dass Hugo Siegmeth heute kein Skalpell, sondern ein Saxofon in der Hand hält, verdankt er seiner Schusseligkeit. Zum Glück. Mitten im Medizinstudium und kurz vorm Physikum fällt Siegmeth nämlich an einem spätwinterlichen Freitagnachmittag siedendheiß ein, dass er vergessen hat, sich für das nächste Semester an der Ludwig-Maximilian-Universität zurückzumelden.

Game over, bedeutet das. Die Aussicht, nun aus dem Studium zu fliegen, hat aber »nichts in mir ausgelöst«, weiß er noch. Er erkennt recht schnell, dass seine tatsächliche Leidenschaft schon seit Jahren dem Saxofon und seiner Klarinette gehört. Und so ersetzt er kurzerhand das Medizin- durch ein Musikstudium. Das ist heute 13 Jahre her. Ein bisschen Schmunzeln muss der 36-jährige Rumänien-Deutsche, wenn er darüber nachdenkt, wie sehr ihn immer die Statistik-Seminare genervt hatten, die in einem Medizinstudium ja obligat sind. Es sei dann im besten Sinne »eine Gefühlsentscheidung« für die Musik gewesen. »Es gibt Berufe«, sagt Siegmeth, »die fordern einem eben alles ab.« Dazu gehöre die Medizin in einer Weise, die er als Überforderung empfand. Musik dagegen war schon immer »vollkommen präsent in meinem Gefühlsleben«, sagt er mit Nachdruck. Und das schon von Kindesbeinen an, jenen Jahren, als er zusammen mit seinen Eltern in den 70ern nach Deutschland kam.

 

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