horn blasen ohne roten kopf - strömungsmechanische betrachtungen am waldhorn

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Roger Grundmann
  • Ausgabe: 5/2004
  • Seite 28-29

Im vergangenen Jahr machte eine Meldung die Runde, nach der Professor Dr.-Ing. Roger Grundmann, Direktor des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik der Technischen Universität Dresden, den S-Bogen des Fagotts so verändert habe, dass beim Blasen 40 Prozent geringere Reibungswerte entstehen. Der erste Gedanke, der einem in den Kopf schießt bei dieser Art von Nachrichten, ist: »Ja, haben die denn nichts zu tun da in der TU Dresden?« Ganz im Gegenteil! Grundmann ist vermutlich der erste, der Strömungsmechanik mit dem Instrumentenbau vereinigt hat, um mit den Ergebnissen den Musikern eine Erleichterung zu verschaffen. Andreas Börtitz von der Staatskapelle Dresden oder Ulrich Höntzsch von der Landesbühne Sachsen schwören auf das neue Fagott-Teil, das mittlerweile von Guntram Wolf gefertigt wird. Nun werden die Forschungen ausgeweitet. In clarino.print schreibt Grundmann erstmals über das Horn.

Zusammenfassung Ein subjektives Empfinden hinsichtlich leichter Ansprache beim Spielen des Waldhorns kann durch Berechnung der Strömung im Innern von seinen Bauelementen objektiviert werden. Das Vorhandensein von Sekundärströmungen, also die Bildung von Wirbelpaaren, beeinflusst erheblich den Verlauf der Strömung, die den Ton stützt und trägt. Das Ziel der Untersuchungen ist die Verringerung des Reibungsbeiwertes in einzelnen Elementen des Waldhorns durch veränderten Geometrieverlauf. In der Fachliteratur ist die Nutzung der numerischen Strömungsmechanik für die Optimierung in Blasinstrumenten erst am Anfang, die Akustik hingegen gang und gäbe.

 

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