Holzbläserkolumne »Holzwurm«: Blätter bearbeiten

  • 02.03.2018
  • Praxis
  • Matthias Schorn
  • Ausgabe: 3/2018
  • Seite 17

In einer meiner ersten »Holzwurm«-Kolumnne im vergangenen Jahr habe ich mich als großer Fan des Holzblattes geoutet. Nun ist es so, dass das Musizieren auf Holz-Rohrblättern klarerweise den Umstand (und für manche die Bürde) mit sich bringt, das natürliche Material Holz auch bearbeiten zu müssen. Meine Erkenntnisse und Erfahrungen zum Thema »Blattbearbeitung« möchte ich gerne mit Ihnen teilen.

Einspielen eines neuen Blattes

Ich persönlich bin nicht auf einen bestimmten Hersteller von Blättern fixiert und lege keinen Wert darauf, wie meine Blätter bedruckt sind. Für mich ist sehr wichtig, neue Blätter gut und ausgiebig einzuspielen:

Wenn ich frische Blätter aus einer Schachtel nehme, dann spiele ich eine Woche lang auf jedem Blatt nur ca. 15 Minuten täglich. Auch versuche ich beim Einspielen neuer Blätter, das hohe Register zu meiden. Bewährt hat sich hier zum Beispiel das Aushalten von tiefen Tönen, um die Blätter langsam an die Feuchtigkeit und die Schwingung zu gewöhnen.

Blätter nachbearbeiten

Wenn neue Rohrblätter auf diese Art und Weise »eingewöhnt« wurden, dann kann man nach ungefähr einer Woche an der Unterseite des Blattes erkennen, dass feine Holzfasern aus dem Rohrblatt »gewachsen« sind.

Diese Holzfasern entferne ich mit einem ganz feinen Schleifpapier (zum Beispiel Körnung 1500 oder feiner!) über glatter Oberfläche (im Idealfall Glas!) und versuche dabei ganz gleichmäßig und fast ohne Druck das Blatt mit drei Fingern über das Schleifpapier zu führen.

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