holger schinköthe - fagottisten werden keine weltstars – oder doch?

Es gibt Instrumente im klassischen Sinfonieorchester, die – zumindest für den ungeübten Hörer – eine geradezu marginale Rolle spielen und dennoch für das Klangbild unverzichtbar sind. Sei es eine zweitaktige Überleitung durch die Holzbläser in ein anderes Thema, sei es ein treibendes rhythmisches Ostinato wie am Anfang der »4. Symphonie« von Felix Mendelssohn Bartholdy – immer steht dabei ein Instrument im Vordergrund, dessen Wirkung vielleicht vor allem deswegen nicht abgeschätzt werden kann, weil es in der Kammermusik und Sololiteratur des 19. Jahrhunderts nur eine verhältnismäßig kleine Rolle spielt. Die Rede ist vom Fagott.

Fagottisten werden keine Weltstars, internationale Bekanntheit erlangen sie bestenfalls in Fachkreisen. Wohl kein Fagottist ist ohne Umwege zu seinem Instrument gekommen, schwerlich wird sich in einer Musikschule ein Schüler finden, der seine musikalischen Begehrlichkeiten von Beginn an auf das Fagott gerichtet hätte. Alles das gilt auch für den Fagottisten Holger Schinköthe, der seit zwölf Jahren erster Solofagottist des Bayerischen Staatsorchesters, dem Klangkörper der Bayerischen Staatsoper in München, ist. Schinköthe ist einer der heimlichen Stars in der europäischen Orchesterlandschaft, ein Musiker, der international gefragt ist und für seine Engagements zuweilen auf weite Reisen gehen muss.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • André Krellmann
  • Ausgabe: 7-8/2004
  • Seite 10-12

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