hören - zuhören - wahrnehmen - überlegungen und erfahrungen zum thema klangarbeit (3)

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Johann Mösenbichler
  • Ausgabe: 3/2004
  • Seite 44

In den vorangegangenen Folgen (1 und 2/2004) wurden Überlegungen zum Thema Klang angestellt sowie die Frage behandelt, welche Auswirkungen Veränderungen der Sitzpositionen im Orchester auf diesen haben. In der letzten Folge soll, neben dem Versuch einer Schlussfolgerung, auch der Aspekt des Hörens, der klanglichen Wahrnehmung, Beachtung geschenkt werden.

Hören ist viel mehr als die Aufnahme akustischer Schwingungen. Die Gesamtheit der Wahrnehmung ist beeinflusst von unserer Klangvorstellung. Diese verändert und entwickelt sich ständig – bewusst oder unbewusst. Unser Geist entwickelt daraus eine klangliche Erwartungshaltung. Das Gehirn nimmt daher verstärkt all das wahr, was diesem Muster und damit der Erwartungshaltung entspricht. Man könnte auch sagen: besonders leicht hören wir all das, was wir hören wollen. Genau dieser Mechanismus wird auch von der Unterhaltungsindustrie intensiv genutzt. Durch bewusstes Hören, vor allem durch das Hören von unbekannten und fremden Klängen, eröffnen sich eine Menge von Möglichkeiten, in neue und unbekannte Klangräume vorzudringen. Diese Weiterentwicklung schafft die Grundlage für eine bewusstere und sensiblere Klangarbeit im Orchester.

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