Höhe und Flexibilität - Neue Best-Practice-Reihe (2)

  • 27.05.2015
  • Praxis
  • Stefan Dünser
  • Ausgabe: 6/2015
  • Seite 12-14

Sich mit der Effizienz von Übungen auseinanderzusetzen, ist überaus sinnvoll. Wir wollen ja Musik machen und nicht nur ermüdende Übungsprogramme herunterleiern, oder? Einfach nur »Üben üben« ist nicht wirklich sinnvoll.

Die in diesem Artikel angeführten Übungen sind Vorschläge für das Perfektionieren eines speziellen Bereichs, ein Übekonzept, das sich bei vielen Musikern sehr gut bewährt hat. Diese Übeprogramme sollen aber auch dazu anregen, ganz persönliche Übungen zu entwickeln!

Diesmal geht’s um das, was uns Trompeter und Hornisten und auch bisweilen Posaunisten am meisten beschäftigt: die hohe Lage und die bläserische Beweglichkeit. Warum die beiden im Kontext stehen? »Echte Höhe«, also solche, die uns nicht nur in Sternstunden, sondern kontinuierlich zur Verfügung steht, ist mit Flexibilität untrennbar verwoben, vielmehr: sie bedingen einander.

Spannend! Warum schaut das bei sehr guten Bläsern nur immer so leicht aus? Sind die ganz einfach nur topfit? Das sicher auch – aber in erster Linie sind sie ganz einfach effizient. Ihre Luftführung, ihre Ansatzkonstellation und ihr zielorientiertes Denken (!) sind optimal miteinander verlinkt.

Wie eine effiziente Ansatzkonstellation ausschaut? Das ist vom äußeren Ansatzbild nur schwer zu bestimmen, da verschiedene Parameter miteinander korrelieren müssen. Fast alle maßgeblichen Teilbereiche befinden sich unsichtbar im Mund und im Schlund. Folglich wäre jede Ansatzanalyse ohne Zähne, Zunge, Gaumen und die genaue innere Lippenform eines Bläsers zu kennen – und ihn/sie gehört zu haben unseriös. Diese Parameter aufs Korn zu nehmen wäre spannend, ist aber nicht Thema dieses Artikels.

Zudem muss etwas immer und immer wieder gesagt werden: Wir sollten zuallererst sowieso immer an unseren Klang und »die Musik« denken. Das hat einen praktischen Grund: Diese Einstellung beflügelt und entspannt uns. Erst basierend auf diesem Denken und Fühlen kann unser Gehirn beim Spielen Programme »konstruieren«, die ein entspanntes und folglich genussvolles und hochwertiges Spielen ermöglichen.

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