Henrie Adams - »Dirigieren ist alles, nur nicht demokratisch«

Ziemlich abgehetzt kommt Henrie Adams zum Interviewtermin ins Hotel Royer im österreichischen Schladming. Es ist gerade Mid Europe und der spanisch-niederländische Dirigent hat mehr als alle Hände voll zu tun: Meisterklasse Dirigieren, Dirigent des Weltjugendblasorchesters WYWOP, Juror beim Jugendblasorchesterwettbewerb... Aber die Zeit für ein clarino.print-Interview nimmt er sich gern, setzt sich, bestellt ein kühles Getränk und stellt sich den Fragen der Redaktion.Dass Henrie Adams ein spanisches Programm für seine musikalische Arbeit mit den Jugendlichen des WYWOP wählen würde, lag nahe, da der gebürtige Niederländer inzwischen schon viele Jahre seinen Lebensmittelpunkt in Spanien hat, dort lebt und erfolgreich arbeitet. Nachdem er Johann Mösenbichler zugesagt hatte, zur Mid Europe 2010 nach Schladming zu kommen, plante er das Konzertprogramm. Es sind neue Werke, die außerhalb Spaniens davor noch nie aufgeführt wurden.

Eines davon, »Twefty« von Constantino Martinez, ist sogar dem sympathischen Dirigenten gewidmet. »Twefty« ist eine Wortschöpfung aus »twenty« und »fifty«, denn seit nunmehr 20 Jahren dirigiert der 50-Jährige das sinfonische Blasorchester und das Sinfonieorchester der »La Artística« de Buñol in Spanien. Ursprünglich wollte Adams nur zu einem Workshop für Dirigenten nach Spanien. Mit einem Freund reiste er dorthin und sie dachten sich: »Wenn der Kurs nicht interessant wird, dann gehen wir eben an den Strand . . .« Aber der Kurs wurde gut und aus dem kurzen Aufenthalt sind inzwischen 20 Jahre geworden.

Infos: www.henrieadams.com


  • 21.09.2011
  • Porträt
  • Anneliese Schürer
  • Ausgabe: 10/2010
  • Seite 42-43

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