haydamaky - cross-over zwischen ska, punk und ukrainischer folklore

  • 21.09.2011
  • Michael Borrasch
  • Ausgabe: 10/2003
  • Seite 36

Die Bandgeschichte von »Haydamaky« und vor allem ihres Vorläufers »Aktus« beginnt 1990, direkt nach der Unabhängigkeit der Ukraine. Auch dort ließ sich nun weltoffener agieren und der Ska-Punk von »Aktus« wirbelte den Staub des Kiew-Undergrounds mächtig auf. Die damalige Besetzung schaffte es neben Tourneen durch osteuropäische Clubs auch zu einigen Auftritten in Norddeutschland. Ein wirklicher Durchbruch gelang trotzdem nie. Erst mit dem Einstieg des charismatischen Sängers Olexander Yarmola und Akkordeonist Ivan Leno änderten sich die Verhältnisse.

Der Sound wurde vielseitiger, Folkeinflüsse lockerten die ungestümen Gitarre/Bass/Schlagzeug-Arrangements auf und bestimmten zunehmend die Songs. Und die Posaune von Ruchlan Trochynsky rückte definitiv in den Vordergrund. Dass sein Instrument im Bandkonzept mehr als nur eine Klangfarbe unter vielen ist, demonstriert auch Trochynskys Position im heutigen Bühnensetting. Die Show ist klar auf Yarmola und ihn abgestimmt. Sein Druck bestimmt viel vom unwiderstehlichen »Haydamaky«-Sound. Die Ankündigung einer Karpaten-Skaband ist für die Organisatoren des T(anz) F(olk) F(estes) Rudolstadt keine außergewöhnliche Aktion. Solche vermeintlichen Exotismen werden längst von regelmäßig 60000 Besuchern genau hier erwartet. Im gemütlichen Thüringer Saalestädtchen hat sich seit der Wende eines der größten und vielfältigsten europäischen Festivals für Folk und Weltmusik entwickelt. Und dass man aufgrund der osteuropäisch geprägten Festivalgeschichte stets die Fühler auch gezielt Richtung Ural oder Balkan ausfährt, gibt dem Programm ganz bewusst einen von vielen Akzenten.

 

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