Harmonisches Zusammenspiel: Matthias Anton und Hans-Günther Kölz

Trossingen im Herbst, früher Nachmittag. Die Sonne scheint, es ist warm. Auf dem Hohner-Areal schlägt das Wetter sofort auf die Stimmung. Man lacht und scherzt, das Interview ist vorbereitet. Gegen Ende des angenehmen und lockeren Gesprächs gönnt man sich sogar einen Weißwein von den Kanaren. Der Akkordeonist Hans-Günther Kölz und der Saxofonist Matthias Anton sind bester Laune. Zu recht.

Ein Doppelinterview im dreifachen Sinne

Das Interview ist als Doppelinterview im dreifachen Sinne geplant: Hier sitzen zwei Musiker am Tisch, die über ihre Pläne und Ideen sprechen. Das Gespräch findet in zwei Fachzeitschriften Verwendung: in der vorliegenden CLARINO sowie dem akkordeon magazin. Und nicht zuletzt kommt es dieser Tage zu einer Doppelveröffentlichung: Zeitgleich erscheinen die Alben »Songbook« (als Duett-CD) sowie »Playground« (gemeinsam mit den Musikern Wolfgang Ruß, Achim Schweikert und dem Flügelhornisten Frank Wellert).

Die beiden CDs erscheinen bei Chaos, dem Label der Ludwigsburger Bauer Studios. »Playground« war dabei von langer Hand ­geplant, während »Songbook« fast schon, nun ja, zufällig entstand. Aber der Reihe nach.

Zwei, die sich gefunden haben

Wenn zwei Musiker miteinander Musik machen, bemüht man sich oft der Floskel des »harmonischen Zusammenspiels«. Die klingt gut, die passt irgendwie fast immer – und so ganz genau kann man sie trotzdem nicht greifen. Bis man dann Hans-Günther Kölz und Matthias Anton trifft. Der Ausnahme-Akkordeonist, der kürzlich seinen 60. Geburtstag feierte, und der 37-jährige Saxofonist könnten – und das nicht nur vom Alter her – Vater und Sohn sein.

Dass die beiden Musiker schwarze Hemden und Jeans tragen, dazu ein ähnliches Brillengestell, sind äußerliche Anzeichen von gegenseitiger Zuneigung. Doch wie sie sich gegenseitig die Gesprächsbälle zuwerfen, von musikalischen Ideen schwärmen und diese direkt am Klavier umsetzen, zeugt von mehr als nur Verständnis füreinander. Das ist harmonisch, verspielt, musikalisch. Kongenial. Vielleicht ist’s eine Floskel, aber da haben sich zwei gefunden.

  • 25.11.2016
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 12/2016
  • Seite 48-51

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