harmonic brass - das gewagteste ensemble-projekt seiner art in europa

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Tobias Schumacher
  • Ausgabe: 10/2003
  • Seite 16-17

Fünf musikalische Grenzgänger samt Familien, drei wirtschaftliche Standbeine (Tourneen, Verlag, Musikalienhandel), ein Name: »Harmonic Brass«. Das alles steht hinter der, oder besser für die Philosophie eines der monetär gewagtesten Ensemble-Projekte seiner Art in Europa. In »Brass« machen viele. Ohne finanzielle Absicherung als Orchestermusiker aber in solch künstlerischer Qualität über inzwischen mehr als zwölf Jahre international Erfolge zu feiern (oder, betriebswirtschaftlich gesprochen: zu operieren, zu überleben, zu expandieren) – dies ist bislang einzig dem Quintett um Trompeter Jürgen Gröblehner, dem künstlerischen und organisatorischen Leiter von »Harmonic Brass«, vorbehalten.

»Man wird nicht reich. Aber wir alle sind stolz, unsere Familien mit unserer Musik ernähren zu können«, sagt der dreifache Vater Gröblehner über sich und seine mitmusizierenden Grenzgänger Hans Zellner (Trompete, Arrangements), Andreas Binder (Horn), Manfred Häberlein (Tuba, »Ensemble-Chronist«) sowie Otto Hornek (Posaune). Dabei träfe auf Gröblehner selbst eher der Begriff des »Grenzschwimmers« zu. Denn die Biografie des gebürtigen Dresdners erklärt die Freude über das Erreichte, die aus seinen Worten spricht: Das Quintett ist die Erfüllung eines jugendlichen Lebenstraums, in dem Gröblehners Großvater die Rolle des »wohl wichtigsten Mäzens« zufällt, weil dieser ihm im Alter von sieben Jahren bei einem Spaziergang durch Dresden spontan die erste Trompete gekauft hatte. Die aktuelle CD "Collage" gibt es auch im Shop.

 

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