hans pizka - in der musik gibt es keine demokratie

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 3/2005
  • Seite 10-12

Klar, der Weltmeistertitel ist höchst inoffiziell, ein wenig stolz macht er den Solohornisten des Bayerischen Staatsorchesters in der Staatsoper in München aber schon. Hans Pizka hat den berühmten Siegfriedruf aus der Wagner-Oper am häufigsten in der Öffentlichkeit gespielt und damit Gerd Seifert abgelöst. Der Siegfriedruf ist das Paradestück für Hornisten.

Es ist sicherlich der Traum eines ambitionierten Hornisten, einmal in der Karriere einer breiten Öffentlichkeit den Siegfriedruf zu präsentieren. Hans Pizka schränkt aber ein: »Für viele wird er zum Albtraum.« Das ist natürlich in der Tat ein Problem, wenn das Publikum geradezu auf die Sequenz wartet. »Da kann selbst ein völlig Tauber einen Fehler erkennen«, lacht Pizka, dem selbst auch »schon ein paar Fische passiert« sind. Deshalb findet man auf der Homepage des 62-Jährigen neben zahlreichen hervorragenden Siegfriedrufen auch die Datei »My worst Long Call«. Wenn man die Umstände kenne, sei das aber nicht tragisch. »Auf der Bühne wurde nur Kokolores gemacht.« Der Siegfriedruf sollte erklingen, nachdem Siegfried mit einem überdimensionalen Kassettenrekorder auf die Bühne kam und ein Ei aussaugte, das Publikum hysterisch lachte und Siegfried zum »Ablassen des Siegfriedrufes« am Rekorder auf den Knopf drückte.

 

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