Gute Besserung! - »Leichtes Spiel« im Posaunenregister

  • 21.09.2011
  • Praxis
  • Steffen Josch von Sá
  • Ausgabe: 9/2011
  • Seite 10-11

In diesem Beitrag werde ich mich auf das Posaunen­register stürzen. Ein Register, das in der traditionellen Blasmusik oft unterbesetzt, einsam und alleine in der dritten Reihe sitzt und sich des Öfteren fragt: »Was mach ich hier?« Auch hier eine einfache Antwort: Gute Musik. Im konzertanten Blasorchester ist das Regis­ter der Posaunen schon imposanter besetzt. Dort findet man des Öfteren eine ganze Armada von Posaunisten, die einen voluminösen Klang verbreiten kann. Manch ein Kollege im hohen Register blickt neidisch zu diesen »Klangkörpern« mit den imposanten Zügen. Und wehe, wenn sie los­gelassen, dann können alle etwas erleben, ob sie wollen oder nicht. Klanglich gesehen ist so eine Posaune schon ein Instrument, das ein Orchester gerade in der konzertanten Arbeit zu einem großen Orchester werden lassen kann. Aber ist dieser Klang immer so mächtig zu hören? Leider ist das oft nicht so, und das liegt kaum am Instrument selbst, sondern an den Musikern, die ver­suchen, die Töne zu entlocken. Schade ist es immer wieder, wenn in der traditionellen Blasmusik die Posaunen doch eher klein und unscheinbar klingen. Um das zu verändern, müssen wir uns den Musikern dieser Zunft zuwenden. Oft erblickt man Posaunisten, die leicht vornübergebeugt ihr Instrument spielen, den Bauch eingeklemmt und den Rücken zu einem leichten Rundbogen geformt. Wenn man das als Musikphysiologe und Musiker sieht, dann freut man sich schon fast wieder da­rüber, dass solche Musiker meist in den hinteren Reihen sitzen und der Blick durch die Mitmusiker versperrt wird. Von nun an soll dieses Register »Erst-Reihen-tauglich« werden – im Sinne der Haltung, des Erscheinens und des Klingens.

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