Gute Besserung! - Der Musiker und sein Klang

  • 27.10.2011
  • Praxis
  • Steffen Josch von Sárközy
  • Ausgabe: 11/2011
  • Seite 14-16

In den vergangenen Ausgaben habe ich immer wieder vom veränderten Klang geschrieben, sobald man Veränderungen im Sinne der Musikphysiologie ansetzt. Dies möchte ich nun vertiefen, da ich in der letzten Zeit einige Anfragen zu diesem Thema von Musikern bekam, wie sich das denn so verhält mit dem Klang und dem Musiker.

Musikphysiologen sind schon von Berufs wegen darauf spezialisiert, die Dinge im Zusammenhang anders zu sehen als viele andere, die in der Musik tätig sind. Schon bei Musiklehrern, die mit Kindern arbeiten, gehen die Meinungen soweit auseinander, dass man oft den Überblick verliert. Natürlich hat jeder seine Lehrmeinung, die Musikphysiologen auch keinem nehmen wollen, doch im Praxisalltag sieht man es immer wieder, was da an Meinungen zusammenkommt. Das Wichtigste ist jedoch zu wissen, dass jeder selbst erfahren muss, wie er auf ganz bestimmte Übungstechniken und Spiel techniken reagiert.

»Wie kann man denn eigentlich den optimalen Klang erzeugen?« ist eine der Fragen, die mir bei einem Workshop gestellt wurden. Bei Blasmusikern gibt es viele Möglichkeiten, den Klang zu verändern. Zum einen kann man am Instrument einiges verändern wie zum Beispiel ein anderes Mundstück, ein anderes Blättchen, eine neue Weise erlernen, das Instrument zu halten oder gar gegen ein höherwertiges eintauschen. Die Möglichkeiten in diesem Bereich sind reichhaltig und für den Einzelnen oft eine kostspielige Angelegenheit. Ich als Musikphysiologe beginne bei meinen Musikschülern immer dort, wo es wirklich weh tut: beim Musiker selbst. Hier liegt das größte Potenzial, denn nur, wenn sich der Mu siker auf das Neue einlässt, ist auch ein veränderter Klang vom Instrument zu erwarten.

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