Gut gemacht! Ein Lob dem Selbstlob

»Eigenlob stinkt!« Na, ganz ehrlich: War das auch Ihre erste Assoziation, als Sie das Wort »Selbstlob« gelesen haben? Ich finde es immer wieder interessant, welche Sätze oder auch Gedanken bei bestimmten Schlüsselworten ungefragt aufploppen – ohne dass wir uns bewusst darum bemüht hätten, diese zu erlernen oder sie für sinnhaft zu halten. Sie sind einfach da!

Und ich habe noch ein Angebot aus der Selbstlob-Assoziations-Kiste: »Bescheidenheit ist eine Zier!«

Selbstlob ist negativ behaftet

»Eigenlob stinkt!« Na, ganz ehrlich: War das auch Ihre erste Assoziation, als Sie das Wort »Selbstlob« gelesen haben? Ich finde es immer wieder interessant, welche Sätze oder auch Gedanken bei bestimmten Schlüsselworten ungefragt aufploppen – ohne dass wir uns bewusst darum bemüht hätten, diese zu erlernen oder sie für sinnhaft zu halten. Sie sind einfach da!

Und ich habe noch ein Angebot aus der Selbstlob-Assoziations-Kiste: »Bescheidenheit ist eine Zier!«

Laut Duden ist »Selbstlob: das Hervorheben der eigenen Leistungen o. Ä. vor anderen, auch als Eigenlob bezeichnet«. Und schon sind wir mit dem Wort in der negativ besetzten Ecke gelandet: denn Eigenlob wird in den Nachschlagewerken gleichgesetzt mit »Selbstbeweihräucherung«, »Selbstgefälligkeit« oder gar »Prahlerei«. Die Liste der aufgeführten Gegenteile verstärkt diesen Eindruck noch: Bescheidenheit, Selbstkritik, Understatement.

Nachdem ich das gelesen hatte, startete ich eine kleine Umfrage im Bekanntenkreis. »Was verbindest du mit Eigenlob oder Selbstlob?« Die Antworten deckten sich weitestgehend mit den Deutungen der Lexika, ergänzt durch die Begriffe Arroganz, Überheblichkeit, nicht kritikfähig sein.

Der Umgang mit Lob und Tadel

»Vom richtigen Umgang mit Lob und Tadel « – ein Kapitel mit dieser Überschrift finden Sie in vielen Erziehungsratgebern, und auch in der Pädagogik taucht es immer wieder auf. Neben Warnungen vor den fatalen Konsequenzen eines »falschen Umgangs « (wenn es einen richtigen gibt, muss es ja auch einen falschen geben…) gibt es auch Ansätze, die sowohl Lob als auch Tadel in der Erziehung für gleichermaßen bedenklich halten.

Besteht so doch die Gefahr, dass sich bei Kindern der Gedanke etabliert, dass sie für ihre Taten (oder Unterlassungen) immer von außen mit einer Reaktion rechnen sollten. Sie lernen nicht, sich und ihr Handeln/Denken selbstständig zu beobachten oder einzuordnen.

Die Folge: Zufriedenheit oder auch Glücksempfinden werden schwer zu erreichen sein, wenn ich gelernt habe, mich von Lob oder Tadel von außen – oder allgemein von der damit verbundenen Aufmerksamkeit – abhängig zu machen.

Fragen?

Dann schreiben Sie der Autorin: engelhardt[at]clarino.de

  • 18.06.2019
  • Praxis
  • Sandra Engelhardt
  • Ausgabe: 4/2019
  • Seite 18-19

« zurück