Gili Schwarzman - Einfach mal einander zuhören

»Musik ist eine Sprache, die direkt in die Herzen der Menschen gelangt!« Dieser Meinung ist die israelische Flötistin Gili Schwarzman. Im Januar war sie wieder in Berlin, um sich musikalisch – und mit uns – zu unterhalten.

Ihre Verbindung zu Deutschland ist intensiv. Nicht nur, dass Gili Schwarzman in München bei András Adorján studiert hat, die in Israel geborene Flötistin gastiert bei jeder sich bietenden Gelegenheit in Hamburg, Berlin oder anderswo in der Republik. Was ihr Deutschland bedeutet? Nun, Deutschland sei nun einmal »der kulturelle Mittelpunkt der Welt«, was die klassische Musik angehe. Man käme als Musikerin ja zudem auch gar nicht an den hochkarätigen Komponisten und Dirigenten vorbei, findet sie.

Dass das nicht immer so war, wurde erst wieder Ende des vergangenen Monats deutlich, als der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 70 Jahren gedacht wurde. Auch musikalisch. Mitglieder der Berliner Philharmoniker gedachten gemeinsam mit Sir Simon Rattle und ihrem ehemaligen Ersten Konzertmeister Guy Braunstein der Shoa. Die Musiker spielten Werke israelischer und deutscher Komponisten auf Instrumenten, die in Auschwitz KZ-Häftlinge auf dem Weg in den Tod begleiteten und die Zeit des Horrors überdauert haben. Gesammelt und restauriert wurden sie vom israelischen Geigenbauer Amnon Weinstein: »Jedes Instrument ist wie der Grabstein zu einem fehlenden Grab, für Körper, die eingeäschert wurden und denen man die Bestattung verweigert hat.« Das Konzert, erklärt Gili Schwarzman, sei sehr »schön, aber eben auch sehr bewegend gewesen«. Guy Braunstein ist der Ehemann der Flötistin.

  • 25.02.2015
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 3/2015
  • Seite 52-54

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