gilad atzmon - breite schultern, breites lachen, breitseiten per saxofon

  • 21.09.2011
  • Hanspeter Künzler
  • Ausgabe: 11/2003
  • Seite 27-29

Der Widerstand gegen Ungerechtigkeit und soziale Missstände war eine wichtige Treibkraft des Jazz, seit Billie Holiday mit »Strange Fruit« die Lynchjustiz des amerikanischen Südens an den Pranger stellte. In letzter Zeit ist diese Tradition ziemlich in Vergessenheit geraten. Gilad Atzmon, der israelische Saxofonist und Klarinettist im Londoner Exil, gibt ihr mit seiner aktuellen CD »Exile« neue Vitalität.

Gilad Atzmon ist ein jovialer Bursche mit breiten Schultern und einem wachen Sinn für die schönen Sachen im Leben. Er lacht gern und viel. Auch seine Musik gönnt sich immer wieder Scherze. Dabei ist es ihm ernst wie selten einem Musiker: »Die Israelis haben genug Atomwaffen, um die ganze Erde auszuradieren«, sagt er. »Wie können wir uns wehren? Was können wir tun gegen Blair und Bush? Für mich gibt es nur eines – Jazz spielen gegen sie.«

 

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