Gambrinus-Messe von Gottfried Veit - Hopfen und Malz - Gott erhalt's

Die Messe gehört zu den ältesten Gattungen unserer Musikgeschichte. War die Messe zunächst nur für die Aufführung während der Messfeier zur Ehre Gottes gedacht, wurden später auch Messen für den Konzertrahmen geschaffen. Seinem Œuvre hat der Südtiroler Komponist nun eine weitere Messe hinzu­gefügt: die Gambrinus-Messe, eine grenzübergreifende »Brauer-Messe«. Ermöglicht haben diese Messe die Euregio via Salina und die Aktienbrauerei Kaufbeuren, beides Freunde und Förderer von Kultur und Tradition. 

»Durch diese Komposition wurde ein großes musikalisches Werk in Auftrag ge­geben. Wir freuen uns, dass Gottfried Veit aus Südtirol ­diese Komposition ausgeführt hat. Das war ein Glücksfall«, so Euregio-Projektleiter Simon Gehring. Und es ist in der Tat ein Grund zur Freude: Veit legt mit der Gambrinus-Messe eine Komposition in der Mittel-/Oberstufe vor, die nicht zwingend ein riesiges Instrumen­tarium verlangt, sondern die auch für Orchester mit kleinerer Besetzung spielbar ist. Da die einzelnen Mess-Teile dieses Werks textlos sind, können sie eventuell nur auszugsweise oder sogar in ausgetauschter Reihenfolge dargeboten werden. Die einzelnen Sätze sind recht kurz gehalten, keiner dauert länger als zwei Minuten. Das macht diese Messe auch im Gesamten – sowohl im Konzert als auch während eines Gottesdienstes – zu einem durchaus gut umsetzbaren Werk. Wichtig ist aber, dass diese sakrale Musik in einem würdigen Rahmen und mit ­innigem Ausdruck dargestellt wird.

Gottfried Veit wurde 1943 in Bozen geboren und erhielt seine musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst »Mozarteum« in Salzburg sowie am staatlichen Konservatorium »Claudio Monteverdi« seiner Heimatstadt. Nach dem Studium bildete er sich in Orchesterleitung bei Henk van Lijnschooten und in Chorleitung bei Helmuth Rilling fort. 

Heute ist Gottfried Veit – seines Zeichens Landeskapellmeister von Südtirol von 1980 bis 2007 – als Dirigent, Komponist und freier Mitarbeiter der RAI-Bozen vielfältig tätig. Als Dirigent trat er mit dem Südtiroler Landesblasorchester, dem Jugendblasorchester des VSM, dem Bozner Blasorchester, der Musikkapelle Zwölfmalgreien, der Bürgerkapelle St. Michael-Eppan, dem Gelf-Chor, dem Kinderchor der Kantorei Leonhard Lechner und dem Großen Bozner Blechbläserensemble unzählige Male in Erscheinung. Neben über 300 Kompositionen für Blasorchester, Chor, Klavier, Orgel und verschiedenste Kammermusikbesetzungen veröffentlichte er auch die Bücher »Die Blasmusik – Studie über die geschichtliche Entwicklung der geblasenen Musik«, »Das Blasorchester heute – wer spielt was?« sowie eine ganze Reihe einschlägiger Fachartikel. 

Der pädagogischen Tätigkeit widmet er sich in Form von Referaten, Lehrproben, Seminaren und Workshops. In dieser Funktion wirkte Veit unter anderem an der Musikakademie in Marktoberdorf, am Bruckner-Konservatorium in Linz sowie an der Musikuniversität in Graz. Auch fungiert er häufig bei nationalen und internationalen Wettbewerben als Juror. In letzter Zeit schrieb Gottfried Veit vorzugsweise Auftragskompositionen für Vereine, Verbände und andere Institutionen. 

Infos: www.gottfriedveit.it

  • 22.05.2012
  • spielBAR
  • Anneliese Schürer
  • Ausgabe: 6/2012
  • Seite 64-65

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