gaiteiros de lisboa - portugiesische dudler, die klingen wie absolut sonst nichts

Gäbe es einen Preis für die eigentümlichste Zusammensetzung eines musikalischen Ensembles, dann hätten die »Gaiteiros de Lisboa« eine echte Siegeschance. Zur Aufstellung gehören so konventionelle Instrumente wie Drehleier, Panflöte, Dudelsack, Trompete und Klarinette – ganz zu schweigen von sechs saftigen Männerstimmen. Dazu kommen aber auch noch Bombos, Tubaroes und die gewaltigen Tubaros de Orpheu.

Das Spektakel auf der Bühne ist gewaltig. Links die Bombos und Caixas – portugiesische Pauken und galizische Stehtrommeln, die donnern können wie eine ganze Büffelherde, besonders dann, wenn der Spieler vor jedem Schlag aufspringt und seine Schlägel mit dem ganzen Gewicht seines Körpers aufs Fell haut. In der Mitte das erste Kuriosum – die Tubaroes – ein Strauß mannshoher PVC-Röhren. Der derwischhafte »Drummer« schlägt mit zwei überdimensionierten Schwamm-Krockethämmern auf deren obere Öffnungen ein und erzeugt so einen dumpfen Bass-Sound, der dem Klang eines Jugband-Jug nicht unähnlich ist. Rechts dann die Bläsersektion. Ja sicher, Trompeten, Klarinetten, Panflöten und andere »vernünftige« Teile gibt’s da auch. Richtig bunt wird’s aber, wenn die diversen Eigenbaumodelle der Gruppe dazustoßen.

 

  • 21.09.2011
  • Hanspeter Künzler
  • Ausgabe: 7-8/2003
  • Seite 49

« zurück