Fragen Sie Professor Malte Burba

  • 24.09.2014
  • Praxis
  • Malte Burba
  • Ausgabe: 10/2014
  • Seite 11

Aus der Fülle der Fragen, die Malte Burba immer wieder erreichen, greifen wir jeden Monat einige heraus, die alle interessieren könnten. Wenn Sie eine Frage haben, die auf dieser Seite beantwortet ­werden soll, dann mailen Sie an: burba@clarino.de

Alle Angehörigen meiner Familie haben einen Leistenbruch. Mein Trompetenlehrer meint nun, ich hätte demnach auch eine angeborene Bindegewebsschwäche und solle das Trompete spielen sein lassen. Gibt es ein Trainingsprogramm, mit dem ich einen Leistenbruch verhindern kann?

Ihr Trompetenlehrer hat wahrscheinlich in dem Punkt recht, dass Sie familiär vorbelastet sind. Das Trompete spielen deshalb sein zu lassen, ist allerdings genau so ein Blödsinn wie Ihre Frage nach einem entsprechenden Trainingsprogramm. Das Problem beim Leistenbruch ist (neben einem kleinen Konstruktionsfehler unseres Körpers) das Bindegewebe und nicht etwa die Muskulatur, die man trainieren könnte. Wenn Sie ein paar Vorsichtsmaßnahmen beachten, sollte es aber durchaus möglich sein, einen Leistenbruch lebenslänglich zu verhindern:

  1. Versuchen Sie, das Heben schwerer Lasten zu vermeiden!
  2. Wenn das nicht möglich ist, stöhnen Sie ruhig dabei. Bei kurzzeitiger Belastung sollten Sie sogar einen Schrei ausstoßen, wie Sie es vielleicht von Karatekämpfern oder Gewichthebern schon einmal mitbekommen haben. Auf diese Weise können die Stimmbänder zwar ­Ihrer Aufgabe als Gegenkraft zur angespannten Bauch- und Flankenmuskulatur gerecht werden, arbeiten darüber ­hinaus aber als Überdruckventil.
  3. Verdrehen Sie sich nie bei Belastung seitlich!
  4. Beugen Sie sich beim Spiel eher nach vorne, anstelle sich dekorativ nach hinten zu strecken! Übertreiben Sie es in Ihrem Fitness-Studio nicht bei Übungen für die Bauchmuskulatur. Diese schaden häufig der Leiste, wofür das Personal oft nicht ausreichend sensibilisiert ist. 

Wenn es unwahrscheinlicherweise trotzdem einmal zu einem Leistenbruch kommen sollte, schauen Sie noch einmal in Clarino 5/2013 nach, um nicht in Panik zu geraten. 

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