Fragen Sie Professor Malte Burba

Aus der Fülle der Fragen, die Malte Burba immer wieder erreichen, greifen wir jeden Monat einige heraus, die alle interessieren könnten. Wenn Sie eine Frage haben, die auf dieser Seite beantwortet ­werden soll, dann mailen Sie an: burba@clarino.de

In meiner Blaskapelle (ich bin die Dirigentin) spielt ein Trompeter, der Gesang ­studiert. Nun hat seine Gesangslehrerin geäußert, dass die Muskeln, die er zum Singen beansprucht, durch das Trompete spielen »falsch« trainiert würden und er daher das Trompete spielen einschränken soll. So etwas habe ich noch nicht ­gehört und kann mir das biologisch auch nicht vorstellen. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Ihre Frage wurde schon in Heft 7-8/2012 gestreift. Tatsächlich unterscheiden sich wegen der besonderen Bedeutung der ­Resonatorfunktion des Körpers elemen­tare Dinge beim Singen grundsätzlich vom Spiel auf einem Blechblasinstrument. ­Sänger müssen demzufolge in Bezug auf Brustkorb, Kehlkopf und Zunge das genaue Gegenteil von Blechbläsern tun. So ge­sehen ist die Feststellung der Gesangs­lehrerin richtig. Andererseits ist das aber natürlich kein Grund, das eine zu unterlassen, sondern das Ausüben verschiedener Aktivitäten führt im Gegenteil zu einer differenzierteren Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, die erst einmal nur positiv zu bewerten ist. Ohne dass sich das widerspricht, kann man ja auch vormittags Tuba spielen und nachmittags Fahrrad fahren, sollte nur beides nicht gleichzeitig tun.

  • 16.06.2014
  • Praxis
  • Ausgabe: 7-8/2014
  • Seite 11

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