Fragen Sie Professor Malte Burba

  • 22.01.2014
  • Praxis
  • Malte Burba
  • Ausgabe: 2/2014
  • Seite 11

Aus der Fülle der Fragen, die Malte Burba immer wieder erreichen, greifen wir jeden Monat einige heraus, die alle interessieren könnten. Wenn Sie eine Frage haben, die auf dieser Seite beantwortet ­werden soll, dann mailen Sie an: burba[at]clarino.de

Sie haben in Clarino 9/2011 für mich anschaulich erklärt, warum man Übungen ohne Instrument machen sollte. Wie erklären Sie sich aber dann, dass diese Vorgehensweise in einschlägigen Internet-Foren als antimusikalisch bezeichnet wird?

Auf Ihre Frage drei Gegenfragen, die ich ­Ihnen auch gleich beantworte:

  1. Warum vertrauen Sie nicht einfach Ihrem gesunden Menschenverstand? Wenn Sie eine Sache durch logisches Verständnis nachvollziehen können, sollte sich die ­Sache auch nur mit logischen Argumenten und nicht mit unreflektierter Stimmungsmache infrage stellen lassen.
  2. Wie kommen Sie auf die Idee, dass ­Ihnen anonyme Wichtigtuer, deren vir­tuelle Präsenz meist im Gegensatz zu ihrer realen Relevanz steht, wertvolle Erkenntnisse vermitteln können (siehe Clarino 10/2012)?Leider verbirgt sich doch meist hinter den Beiträgen in Internet-Foren nicht Kompetenz, sondern die aus mangelnder Anerkennung resultierende unheilvolle Melange von Neid, verletzter Eitelkeit und Angst.
  3. Würden Sie darunter leiden, wenn ich das Verspeisen einer Pizza oder Staubsaugen als antimusikalisch bezeichnen würde?Unser Alltag ist voll von un- und antimusikalischen Tätigkeiten! Aber die Arbeits­weise, bläserische Probleme (wie Klang, Ausdauer, Umfang) dort zu lösen, wo sie entstehen, ist letztlich doch viel musikalischer, da das Instrument nur zum Musizieren herangezogen wird und nicht für stumpfsinniges und pseudofunktionales Üben (Töne aushalten, lip flexibilities etc.), das geeignet ist, dem Spieler das Instrument und die Musik zu verleiden.

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