Fragen Sie Professor Malte Burba

  • 21.06.2013
  • Praxis
  • Malte Burba
  • Ausgabe: 7-8/2013
  • Seite 11

Aus der Fülle der Fragen, die Malte Burba immer wieder erreichen, greifen wir jeden Monat einige ­heraus, die alle interessieren könnten. Wenn Sie eine Frage haben, die auf dieser Seite beantwortet ­werden soll, dann mailen Sie an: burba@clarino.de

Mein neues Alphorn aus Douglasie-Holz hat leider eine gewaltige Macke. Es zeigt irgendwie immer merkwürdige Resonanzen innerhalb des Horns, das heißt es ­vibriert bei einigen Tönen so stark, dass es kaum zu spielen ist. Auf mehr seit­lichen Abstand zum Kollegen achte ich schon, auch kleine Möbelfüßchen unter dem Alphornfuß bringen nichts, ebenso ein Messing-Adapter, in den ich mein ­Metall-Hornmundstück anstelle des Holz­adapters dann stecke.

Den Charakter des Problems haben Sie schon erkannt! Bei Streichinstrumenten nennt man das Wolf, womit eine übernormale Erregbarkeit des Resonanzkörpers bei bestimmten Frequenzen gemeint ist.

  • Die Möbelfüßchen bringen nichts, im Gegenteil! Achten Sie darauf, dass das Instrument immer direkt auf festem Untergrund steht.
  • Sie sollten nicht mit dem viel zu kleinen Waldhornmundstück, sondern mit einem wesentlich größeren speziellen Alphornmundstück spielen. Hilfreich ist ein Messing-Ring am Mundstückschaft, gegebenenfalls auch ein Alphornmundstück ganz aus Messing, was zwar klangliche Einschränkungen mit sich bringt, aber gleichzeitig die Treffsicherheit erhöht.
  • Möglicherweise ist das Instrument tatsächlich zu dünnwandig und hat zuwenig Masse, um die störenden Eigenresonanzen zu verhindern. Wie zum Beispiel bei einem Cello kann man am kritischen Areal des In­stru­ments eine Art Wolfstöter installieren, der durch mehr Masse die störenden Vibrationen abdämpfen kann.  
  • Eventuell liegt aber auch ein bläserisches Problem vor, das an dieser Stelle nicht zu lösen ist.

Vielleicht war »Ihre« Frage schon dabei? Hier gibt’s das Burba-Stichwortverzeichnis. 

 

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