Flötistin Daniela Koch: Ehrgeizig - aber nicht um jeden Preis

Zahlreiche Wettbewerbe hat die Flötistin Daniela Koch bereits gewonnen. Den »Concertino Praga« 2008 etwa und die Kobe International Flute Competition 2009. Auch beim ARD-Musikwettbewerb im Jahr 2010 heimste sie einen Preis ein. Seit April 2011 nun ist sie Soloflötistin der Bamberger Symphoniker. In Bamberg trafen wir die Musikerin.

Liest man im Vorfeld zu Recherchezwecken die Biografie der Flötistin Daniela Koch, vermutet man eine zielstrebige, ehrgeizige Musikerin, die ziemlich genau weiß, was sie will. Das dürfte es auch recht genau treffen. Und doch ist man ein bisschen überrascht, wie »normal« diese junge Frau ist. 

Der Ehrgeiz, den die 29-Jährige an den Tag legt, hat so gar nichts Verbissenes. Daniela Koch ist kein nerviger Nerd, sie erzählt ­gerne, lacht viel und sie ist offenbar mit sich und ihrer Umgebung im Reinen. Sie liebt das, was sie tut, und man nimmt es ihr ab, dass sie rundum zufrieden ist.

Bamberg

Bamberg, erzählt sie, gibt ihr das Gefühl, angekommen zu sein. Sie präsentiert die Stadt als die ihre. Man schlendert über die Rathausbrücke, vorbei am »Schlenkerla« (da, wo es das Rauchbier gibt) und schaut sich auf dem Domberg den berühmten Bamberger Reiter an. Im »Kachelofen« empfiehlt sie ohne zu zögern den »Fränkischen Krustenbraten«. Beim Bier überlegt sie kurz, entscheidet sich aber dann doch für ein Radler. 

Seit sieben Jahren arbeitet, wohnt und lebt die Österreicherin nun schon an der Regnitz und die Umstellung von Österreich auf Franken (»Bayern darf man hier nicht sagen«, lacht sie) war nicht wirklich schwer. »Ich fühle mich wirklich wie zu Hause, nicht wie ein Fremdkörper.« 

Lediglich die Sprache musste sie ein klein wenig umstellen. »In Tirol spreche ich ausschließlich Dialekt«, erzählt sie. »Aus Faulheit spreche ich hier nur Hochdeutsch – dann muss ich alles nur einmal sagen. So tarne ich mich.« Sie lacht laut auf. So ganz kann sich die Musikerin natürlich nicht tarnen, der tirolerische Einschlag ist deutlich hörbar. Und überaus charmant. 

  • 18.12.2018
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 11/2018
  • Seite 39-41

« zurück