Fjord, Wald, Swing - Jazzbläser aus Skandinavien

Seit Louis Armstrongs Auftritten in Stockholm 1933 – er musste statt des geplanten Konzerts gleich vier spielen – grassierte das Jazzfieber in Schweden. Noch im gleichen Jahr wurde das Orkester Journalen gegründet, heute das älteste bestehende Jazzmagazin der Welt. Die schwedische Jugend begann sich Richtung Amerika zu orientieren und die Swing-Begeisterung konnte während des Krieges dank der Neutralität des Landes in Frieden wachsen. In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war Schweden daher das gelobte Land des modernen Jazz: Dizzy Gillespies Bebop-Bigband wurde hier mehr gefeiert als in Amerika, Saxofonist James Moody machte berühmte Aufnahmen in Schweden, Charlie Parker erlebte Tournee-Triumphe. Vor allem die Saxofonisten des Cool Jazz wurden bejubelt: Stan Getz heiratete sogar eine Schwedin, lebte jahrelang in Skandinavien und adaptierte auch mal ein schwedisches Volkslied. Aus »Ack Värmeland du sköna« wurde der Jazzstandard »Dear Old Stockholm«.

  • 21.09.2011
  • Mainstory
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 5/2010
  • Seite 40

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