femi kuti - von vätern, söhnen und afrobeat als schrei gegen sklaverei

Wie wütend ist der Mann wirklich? So sehr, wie es seine Worttiraden beim Interview im Berliner Haus der Kulturen der Welt nahe legen? So sehr, wie es seine scheinbar unkontrollierbaren Schüttelexzesse vor dem Mikro auf der Bühne der Dachterrasse ahnen lassen? Doch allein die Frage danach zaubert ein Lächeln auf das Gesicht von Femi Kuti: »Wütend? Nein, ich bin ein zufriedener Mann.«

Dabei ist der Popstar des Afrobeat als Saxofonist und Sänger mit seiner Band »The Positive Force« musikalisch in einer Mission unterwegs. Femi Kuti kämpft mit seinen Songtexten und mit den dichten Rhythmen seines Afrobeats gegen das politische Regime in seinem Land Nigeria, prangert Korruption, Ungerechtigkeit und Elend an und arbeitet damit für die Gleichberechtigung der afrikanischen Bevölkerung. Wie es eben schon sein legendärer Vater Fela Anikulapo Kuti vor ihm tat. Das Lächeln verschwindet. »Ich bin nicht in seine Fußstapfen getreten. Ich sehe keine Fußstapfen. Ich sehe einen großen Mann, und ich glaube an das, wofür er stand.«

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Uschi Mohr
  • Ausgabe: 10/2004
  • Seite 30-31

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