Feldzug: »March of Iskahdar-Khan« von Eduard de Boer

In der internationalen Blasmusikszene wurde man Ende 1995 erstmals auf ihn aufmerksam: Eduard de Boers »Armenische Rhapsodie No. 1« war damals Pflichtstück beim Mini-WMC in Kerkrade. Das rhythmisch zum Teil äußerst vertrackte Stück lenkte erneut den Blick auf die Musik der damals noch nicht lange autonomen ehemaligen Sowjetrepublik Armenien und ließ im Vergleich dazu die »Armenischen Tänze« von Alfred Reed gar nicht sooo schwierig aussehen.

In den frühen neunziger Jahren hat Eduard de Boer erstmals sein Pseudonym Alexander Comitas für Stücke mit vorwiegend armenischem und georgischem Einfluss verwendet. Mit dem vorliegenden »March of Iskahdar-Khan«, den er unter seinem echten Namen veröffentlicht hat, ist er musikalisch noch etwas weiter nach Osten gezogen.

»March of Iskahdar-Khan« - ein Crowdfunding-Projekt

Das bisher noch nicht öffentlich aufgeführte Stück basiert auf einer usbekischen Marschmelodie, die den letzten Feldzug Alexanders des Großen besingt.

Wie die meisten zeitgenössischen Komponisten schreibt Eduard de Boer in der Regel Auftragswerke. Der etwa zwölf Minuten dauernde »March of Iskahdar-Khan«, von dem sowohl eine Version für Harmonie- als auch Fanfare-Orchester existiert, entstand ohne Auftrag.

Das Stück wurde von de Boer allerdings mit einem außergewöhnlichen Crowdfunding-Projekt verbunden. Jedes Orchester und jede Person, die daran interessiert ist, kann für 100 Euro Co-Auftraggeber dieser Komposition werden. Die Auftraggeber werden dann als solche auch in der Partitur erwähnt und erhalten dann gratis Partitur und Stimmen in Form von PDF-Dateien.

  • 06.07.2017
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 7-8/2017
  • Seite 65-67

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