Faszination Choro-Musik - Anmerkungen zur Urform des brasilianischen Pop

  • 21.09.2011
  • Historisches
  • Wilfried Berk
  • Ausgabe: 11/2002
  • Seite 20-22

Die Fußballnation Brasilien verbinden viele mit Samba und Karneval in Rio. Aber das Land hat einiges mehr zu bieten: Literatur, Theater, Ballett, Film, Architektur, und natürlich Musik. Fokussiert wird hier der Choro (gesprochen: schooro), Kosename chorinho, eines von vielen Musikgenres, der um 1870 in Rio entstand und älter ist als der Jazz.

Richtig los ging es um 1900 in Rio, der Wiege des Choro, vorgetragen von Flöte oder Klarinette, Cavaquinho und zwei Gitarren. Um 1915, in den Anfängen der Samba, kamen ein Bandolim (brasilianische Mandoline) und ein Pandeiro (Tamburin) hinzu. Die mittels Plektrum gezupften Cavaquinho und Bandolim führen die harmonisch-synkopierten Elemente, die beiden Gitarren die Kontrapunkte der (geraden) Basslinien aus. Überwiegend instrumental gehalten, sehr melodiös und im Zweivierteltakt komponiert, hat der Choro einen swingenden Charakter.

 

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