europaclub der dirigenten - was das internationale musikfest so außergewöhnlich macht

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Uschi Mohr
  • Ausgabe: 1/2005
  • Seite 34

Ein deutsch-französisch-schweizerisches Dirigententrio war es, das vor gut 15 Jahren beim jährlichen Pfingsttreffen im saarländischen Eschweiler ins Fabulieren geriet und beschloss, dass auf europäischer Ebene etwas getan werden müsse für die Blaskapellen im Unter- und Mittelstufenbereich. Dass sich heute zu den Wettbewerben des aus dem Dreiergespann hervorgegangenen Europaclubs der Blasmusikdirigenten (ECBD) auch immer mehr Oberstufenkapellen anmelden, sieht der Schweizer Vorsitzende Bernhard Keller als Zeichen dafür, dass es auf dem europäischen Festland noch mangelt an dieser »etwas anderen« Art des Wettbewerbs.

Im Gegensatz zu den verbandsüblichen Wertungsspielen, bei denen die Kandidaten von der Jury lediglich mit einer Wertungsnote und einem Prädikat bedacht werden, geht es bei den Wettbewerben des ECBD um Platz und Sieg. Und um die Rangierung der Kapellen zu ermitteln, treten diese völlig anonym vor die Richter. Bernhard Keller, der selbst »aus der Brassbandszene« kommt und deren ausgetüfteltes Wettbewerbssystem unter anderem bei 14 Reisen zu Brassband-Championships nach London im Mutterland dieser Bläserformation studiert hat, glaubt: »Das ist fairer.« Die Bewertungskommission hat keine Ahnung, wer gerade spielt, hat auch keinen Ausblick auf die Kapelle. Hinter einem Vorhang sitzend, bewerten die Jurymitglieder ausschließlich das, was sie zu hören bekommen. Sogar die Kategorie »Show« gibt nicht für alle drei Juroren optisch was her: »Einer siehts, zwei hören aber nur.«

 

« zurück