"Es gibt eine geheime Kraft" - Kees Vlak zum 75. Geburtstag

Er schreibt für Blasorchester, und vermutlich hatte jeder Blas­musiker schon mal ein Werk aus seiner Feder auf dem Notenpult: Kees Vlak. Seit 50 Jahren komponiert er nun schon – mit ungebrochener Schaffenskraft. Der gelernte Trompeter musste seine instrumen­tale Karriere mit 25 Jahren aus gesundheitlichen Gründen beenden, seitdem widmet er sich ganz der Komposition. 

CLARINO: Herr Vlak, Sie sind einer der ganz großen Komponisten in der Blasmusikszene und gehören zu den Weg­bereitern der ­Szene. Wie sehen Sie die Blasmusik heute?

Kees Vlak: Im Allgemeinen richtet sich die Blasmusik und auch die klassische Musik immer mehr an ein ausgewähltes Publi­kum. Der Großteil des Pu­bli­kums wird meiner Meinung nach einer Art Gehirnwäsche unterzogen und hat die Fähigkeit zum kritischen Zuhören verloren.

Es gibt aber eine geheime Kraft. Die Blasmusik ist nicht nur zum Zuhören da, sondern auch zum Praktizieren. Darin steckt ein großes Potenzial zu einer Kommuni­kation, die Menschen verbindet, in ihren Emotionen zusammenbringt und sie zu­frieden macht mit ihrem Wert innerhalb des Orchesters und in der Gesellschaft. Sie stehen fest im Leben und lernen zu relativieren und zu interpretieren. Die Blasmusik ist eine Kultur, auf die man sich stützen kann. In Spa­nien zum Beispiel gibt es kaum große Sinfonieorchester, sondern es sind die Blasorchester, die sinfonische Literatur für das Konzertpublikum be­wahren.

  • 16.12.2013
  • Szene
  • Martin Hommer
  • Ausgabe: 1/2014
  • Seite 47

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