eric whitacre - strahlemann, der blasmusik schreibt, aber nicht hört

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Uschi Mohr
  • Ausgabe: 10/2003
  • Seite 12-13

Musik, die nicht berührt oder gar rührt, kann er nicht ausstehen. Da kennt er keine Kompromisse. Fast keine. Immerhin komponiert Eric Whitacre für sinfonische Blasorchester, obwohl deren Klang ihm regelmäßig Gänsehaut verursacht. »Bläser können sicherlich raffiniert und durchsichtig spielen«, lautet zwar sein eher widerwilliges Zugeständnis. Aber die wirklich feinfühligen, unterschwelligen, zarten Töne, die der 33-jährige Amerikaner mit seiner Musik sucht und zum Ausdruck gebracht haben will, die kriegen sie seiner Ansicht nach einfach nicht hin. »Ich komponiere für Blasorchester, damit sie nicht mehr wie Blasorchester klingen.« Rebellion in der bläserischen Sinfonik? Eric grinst: »Nein, Revolution.«

Frisch von der Welturaufführung seiner elektronischen Oper »Paradise Lost« im Berliner Dom zur Mid Europe nach Schladming eingeflogen, steht der blond gesträhnte Strahlemann auf dem Podium der Actioncorner und verkündet seine Botschaft. Gut sechs Jahre ist es her, dass Whitacre mit »Godzilla eats Las Vegas« für Schwung in der Blasorchesterszene gesorgt hat. Das komplette Interview in englisch.

 

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