Eric Whitacre - "Ich weiß immer noch nicht, was ich mit den Saxofonen anstellen soll"

  • 21.01.2013
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 2/2013
  • Seite 40-42

Eric Whitacre ist in der Stadt. In München, um genau zu sein. Es ist sein erstes Mal. Und er ist gekommen, um zu arbeiten. Er hat noch nicht einmal Zeit gefunden, einen typischen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Aber gut für uns – denn für das Inter­view mit CLARINO nahm er sich die Zeit dann trotzdem.

Jede Wette: In jedem Artikel über den 43-jährigen US-amerikanischen Komponisten und Dirigenten wird an irgendeiner Stelle das Wort »charismatisch« auftauchen. Und dass man sich genau so einen kalifornischen US-Amerikaner vorstellt. Nun, Eric Whitacre stammt zwar aus Las Vegas, doch dass die Medien ihn schon »Keanu Reeves in Blond« tauften, ist so abwegig nicht. Das war die »FAZ« und ist auf Äußerlichkeiten beschränkt. »Die Zeit« geht da schon inneren Werten nach: »Gotthilf Fischer reloaded«. Stimmt auch irgendwie, denn ausgerechnet mit Chormusik ein weltweites Publikum zu begeistern, ist schon ungewöhnlich genug. Noch ungewöhnlicher sind die Projekte, mit denen der Komponist, Dirigent und Grammy-Preisträger Eric Whitacre Sängerinnen und ­Sänger unter anderem via Internet zusammenführt, um sie in einem fantastischen Experiment zu einem virtuellen Chor zu vereinigen. 

Und dass Eric Whitacre Charisma hat? Ist so. Es geht etwas Magisches aus von diesem Mann und seiner Musik, deren atmosphärische Klangwelt einzigartig ist und die derzeit weltweit ein vornehmlich junges Publikum begeistert. 2012 wurde Eric Whitacre für sein Debütalbum mit einem Grammy in der Kategorie »Beste Chor­darbietung« ausgezeichnet – ein Visionär, der den Nerv der Zeit trifft und sich mit ­seinen Werken zu einem der meistgefragten Komponisten unserer Zeit entwickelt hat.

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