Empfehlenswert für Einsteiger - Flöte »AFL-310E« von Arnolds & Sons

  • 21.09.2011
  • clarino.test
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 5/2011
  • Seite 26-27

»Meine Arnolds & Sons-Flöte gehört zu mir wie meine beste Freundin. Zusammen sind wir ein super Team.« Oft versprechen Anzeigentexte mehr, als sie dann letztendlich zu halten in der Lage sind. Und manchmal stimmt die Werbung. Dieser Arnolds & Sons-Werbetext, so schlicht und ergreifend er daherkommt, verspricht ebenfalls recht viel – und der Tester Olivier Tardy, Flötist beim Bayerischen Staatsorchester in München, zeigt sich beeindruckt.Bei der Einsteigerflöte »AFL-310E« von Arnolds & Sons handelt es sich um eine Weiterentwicklung der »210E«, die mit noch etwas hochwertigeren Materialien aufgewertet wurde. So besteht das Kopfstück der vorliegenden Flöte »AFL-310E« aus 925er Sterlingsilber.

Das Vollsilberkopfstück ermöglicht einen guten Klang und eine leichte Ansprache. Der Klang einer Flöte hängt hauptsächlich vom Kopfstück ab. Und dahingehend ist das Silberkopfstück eine sehr positive Spezifikation, wie der Tester anmerkt. Oft seien Einsteigerflöten zwar günstig, aber leider im Klang nicht mehr befriedigend – was den Schülerinnen und Schülern natürlich auch den Spaß verleiden kann. Der Tester lobt vor allem den Klang in der tiefen Lage: »Eine sehr schöne Farbe!«

Lediglich das Stakkato-Spielen ermöglicht diese Flöte nicht ganz so sauber, wie es der Profi gerne hätte.Das Rohr besteht aus Neusilber, was eine schnelle Ansprache und eine für diese Kategorie bemerkenswerte Projektion ermöglicht. Auch die Mechanik, die vom Tester ein »gut« erhält, ist aus diesem Material. Die »AFL-310E« wird mit geschlossenen Klappen geliefert. Im Anfängerbereich und für Spieler mit kleinen Fingern bzw. Händen wird meistens auf die Instrumente mit geschlossenen Klappendeckeln zurückgegriffen, da hier die Töne einfacher zu greifen sind. Das Greifen bei dem Instrument mit Ringklappen verzeiht nämlich weniger Fehler. Allerdings ist diese Handhabung – wie so oft – Ansichtssache. Denn es gibt durchaus Lehrer, die ihre Schüler lieber auf Instrumenten mit Ringklappen lernen lassen. Offene Klappen ermöglichen zudem sehr viele zusätzliche Griffe und Effekte, wie zum Beispiel Glissandi, Multiphonics und Mikrointervalle, was vor allem beim Spielen von zeitgenössischer Musik hilfreich ist und häufig sogar vom Komponisten verlangt wird – für den Einsteiger zugegebenermaßen noch kein Entscheidungskriterium beim Kauf.Die Flöte verfügt über eine E-Mechanik, eine sinnvolle Konstruktion für Spielbeginner. Die Original-Böhm-Flöte wurde seinerzeit mit offener Gis-Klappe konstruiert. Als sich jedoch die geschlossene Gis-Klappe unter den Flötisten immer stärker durchsetzte, musste die Öffnung für die E-Klappe verändert werden, da es Probleme bei der Ansprache des e3 gab. Mittels E-Mechanik, also mit einem zusätzlichen Hebel zwischen der zweiten G-Klappe und der Fis-Klappe, schließt man die zweite G-Klappe, wenn man das hohe E spielt. Zusätzlich verfügt die »AFL-310E« über ein »Offset-G«, das Anfängern das Spielen erleichtern soll.

Lange galten »Inline-G«-Instrumente als professionell, während den »Offset«-Varianten der Ruf als Schülerinstrumente anhaftete. Diese Stereotypen gibt es aber so nicht mehr, weshalb es immer wieder Diskussionen über die »bessere« Bauweise gibt. Aus therapeutischer und ergonomischer Sicht sprechen einige Punkte für die Offset-G-Klappen. Und aus technischer Sicht ist diese Bauweise sogar die beste, weil sie am stabilsten ist. Inline-Instrumente haben nämlich den Nachteil, dass sämtliche Klappen und Hebel an einer langen Achse angeordnet sind, was in Wartung und Reparatur Probleme bereiten kann. Bei »Offset-G«-Instrumenten sitzen die G-Klappen auf einer separaten Achse, wodurch zudem die Mechanik der linken Hand vollkommen entlastet wird.Die Tonlöcher sind gezogen. Früher galten dünne Rohre als brillant und schnell in der Ansprache. Allerdings war es damals auch technisch noch nicht machbar, die Tonlöcher aus dem Flötenrohr zu ziehen, ohne es zu zerstören. Deshalb wurden die Tonlöcher seit Beginn des modernen Flötenbaus aufgelötet. Heute gibt es die technischen Möglichkeiten, Tonlöcher perfekt zu ziehen. Gezogene Tonlöcher sind integraler Bestandteil des Rohrs. Dort wo das Tonloch entsteht, wird das Rohr vorgebohrt. Ein spezielles Werkzeug zieht dann das Loch von innen nach außen. Beim Herausziehen wird also ein Stück vom Rohr zum Tonlochkamin. Es wird eine plane und runde Auflagefläche für das Polster – in diesem Falle von Pisoni – geschaffen. Flöten mit gezogenen Tonlöchern haben in der Regel einen geringeren Blaswiderstand, was der Tester bestätigen kann. Die »AFL-310E« ist flexibel und hat einen offenen Klang und eine schnelle Ansprache.

Fazit:

Die »AFL-310E« von Arnolds & Sons ist eine empfehlenswerte und preisgünstige Einsteigerflöte. Sie zeichnet sich durch leichte Ansprache und gelungenen Klang aus. Die Verarbeitung ist solide, das Material langlebig und das Instrument dürfte Einsteigern auf lange Sicht Freude bereiten, weil es das Spielen eines Blasinstruments ideal unterstützt.

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