emmanuel pahud - »mein schwerpunkt liegt in der abwechslung«

Er sei ein ungewaschener Kerl mit Bocksfüßen gewesen, ist über den Gott Pan aus der griechischen Mythologie überliefert. Doch darauf – das merkt man sofort – kann sich das Zitat »Emmanuel Pahud ist der Pan des 21. Jahrhunderts« nicht beziehen. Denn Emmanuel Pahud, Soloflötist der Berliner Philharmoniker, sieht blendend aus. Vielmehr noch: So sehen Superstars aus – doch nur Leistung macht den Meister.

Hier greift dann nämlich Teil zwei des Nachschlagewerks. Pan war im Altertum einer der ersten Virtuosen auf der Flöte. Und ein Virtuose ist Emmanuel Pahud ohne jeden Zweifel. »Ich weiß zwar nicht, wer das erfunden hat, aber ich finde das sehr schmeichelhaft – in der Hoffnung, es möge etwas Wahres dran sein. Musik hat ja etwas Verführerisches. Allerdings sehe ich mich überhaupt nicht verpflichtet, dazu zu stehen. Aber ich finde es schön, wenn Leute das so sehen.« In den Kulturressorts wird gelost, welcher Kollege das Konzert besuchen darf, die Kritiker überschlagen sich. Der Flötist sammelt Lob, Preise und Auszeichnungen wie andere Leute Briefmarken. Dabei hat er so seltene Exemplare wie den »ECHO Klassik« nicht nur doppelt, sondern gar vierfach. Man bekommt im Gespräch fast den Eindruck, er würde tauschen, wenn das ginge. »Ich hab mich nie für meinen Ruf verantwortlich gesehen, dafür, was die Leute über mich denken. Ich mache das, was ich mache, so gut wie ich kann. Der Ruf gehört mir ja nicht mehr.«

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 1/2006
  • Seite 16-17

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