Eingängig: »Kebek« von Jan Van der Roost

Komponiert wurde dieses Stück mit dem Untertitel »Rhapsodie boréal« (Nordische Rhapsodie) für das Orchestre d’Harmonie de Charlesbourg aus Kanada, das am 11. Dezember 2005 unter Leitung des Komponisten auch die Uraufführung gestaltete. Gewidmet ist es François Dorion. Jan Van der Roost lernte den Chefdirigenten dieses Orchesters im Rahmen der Midwest Clinic in Chicago kennen.

Nach einigen Gastdirigaten erhielt er den Auftrag zu diesem Stück, das musikalisch einen Gang durch die Jahreszeiten in der Region Quebec nachzeichnet. Der Name der Komposition bezieht sich auf den alten indianischen Namen dieses Landstrichs.

Jan Van der Roost bezeichnet die Musik seiner Rhapsodie »Kebek« als eingängig und gut verständlich, weist aber auf einige offen instrumentierte Stellen hin. Für das bei De Haske unter Stufe 4 eingruppierte Werk ist nach seinen Worten ein reifes Orchester mit ausgewogener Besetzung nötig.

Wie der Untertitel schon aussagt, ist das Werk keine Suite, sondern die musikalischen Beschreibungen der Jahreszeiten gehen ineinander über. Interessanterweise beginnt die Abfolge der Jahreszeiten nicht dem Kalenderjahr entsprechend mit dem Frühling, sondern mit dem Herbst. »Das Stück sollte mit fröhlichen Sommergefühlen enden«, so der Komponist.

Der einleitende Abschnitt »Herbst in den Wäldern« beginnt mit einer längeren Passage ohne Takteinteilung (»Senza misura«, Notenbeispiel 1). Die Fermaten in den Hörnern sollen mit einem »weiten Vibrato« gespielt werden. Angestrebt ist die Imitation eines Jagdhorn-Klangs. Darüber hinaus setzt Van der Roost auf weitere nicht alltägliche Klangfarben.

Beim Paukenwirbel liegt ein Becken mit der Innenseite nach oben auf der tiefsten Pauke. Zusammen mit einem kleinen Glissando klingt ein auf dem Becken geschlagener Wirbel wie eine Windmaschine. Der Percussion-Spieler hat an dieser Stelle keines seiner üblichen Instrumente zu spielen, sondern muss »nicht zu oft« einige Vogelstimmen auf CD abspielen.

  • 24.02.2016
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 3/2016
  • Seite 64-66

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